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Tierschutz : Wir sind alle Schlächter

Schweinehäften im Schlachthof: Die meisten haben sich für eine Kultur des Wegschauens entschieden. Bild: Picture-Alliance

Die Zustände in unseren Fleischfabriken sind skandalös. Aber warum reden jetzt alle von den Menschen und nicht von den Tieren?

  • -Aktualisiert am
          5 Min.

          Sind wir denn was Besseres? Nein, das steht schon in der Bibel: „Denn es geht dem Menschen wie dem Vieh: wie dies stirbt, so stirbt er auch, und haben alle einerlei Odem, und der Mensch hat nichts mehr als das Vieh; denn es ist alles eitel.“ Warum wir die Tiere trotzdem nicht gut behandeln, warum wir sie vernachlässigen, ärgern, quälen, schlachten und schließlich aufessen, ist ein Kapitel für sich. Begreifen wir das erst, wenn unser eigenes Wohl ins Spiel kommt? Manchmal ist es dann noch früh genug, manchmal zu spät. Die Tiere in den Schlachthöfen aber, über die zurzeit gesprochen wird (über die Schlachthöfe, nicht über die Tiere), sind mit Sicherheit alle tot oder werden es bald sein. Da gibt es kein Entrinnen.

          Edo Reents

          Redakteur im Feuilleton.

          Es war jedenfalls typisch Mensch, als neulich herauskam, dass in deutschen Schlachthöfen unter den Mitarbeitern gehäuft Corona-Infektionen aufgetreten waren. Dass die Berichte so geballt und plötzlich auftauchten, hätte einen stutzig machen können: Was ist denn an den Schlachthöfen so besonders, dass sie ausgerechnet jetzt in den Mittelpunkt des Interesses rücken? Und ist das Fleisch dann quasi mit angesteckt? Schnell wurde klar, dass es an den Arbeitsbedingungen lag: Verstöße gegen Hygienevorschriften, Unterbringung der Mitarbeiter auf engstem Raum, sogenannte Werkverträge unter den Firmen, Delegieren von Verantwortung und, daraus resultierend und auch gewollt, eine (finanziell) günstige Produktion – das ganze Programm aus dem Billiglohnland.

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