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Jüdisches Museum Berlin : Der Kurswechsel wird zum Kraftakt

Innenansicht des Holocaust-Turms im Jüdischen Museum Berlin. Bild: Picture-Alliance

Das Jüdische Museum Berlin war zum Forum der Israel-Boykottbewegung BDS mutiert – mit dubiosen Querverbindungen. Die neue Direktorin Hetty Berg muss es erst wieder zum Jüdischen Museum machen.

          10 Min.

          Es war nur ein Tweet, der die Sache ins Rollen brachte. Ob die darin ausgedrückte Sympathie für die vom Bundestag als antisemitisch verurteilte Israel-Boykottbewegung BDS zum Rücktritt von Peter Schäfer als Direktor des Jüdischen Museums führen musste, darüber ließ sich streiten. Wer verlangt von einem Museumdirektor die pausenlose Kontrolle des Social-Media-Accounts? Schäfer jedenfalls musste gehen. Darauf folgte eine Solidaritätswelle von Wissenschaftlern und Museumsdirektoren, und ihm scheint Unrecht geschehen. Der Bund als Träger des Museums hat jetzt mit der Niederländerin Hetty Berg eine Nachfolgerin berufen. Auf sie kommt viel Arbeit zu, denn Schäfers Abberufung war keine übereilte Entscheidung, sondern Endpunkt einer jahrelangen Entwicklung, die aus dem Jüdischen Museum Berlin ein Forum für Israel-Kritiker und BDS-Sympathisanten mit Querverbindungen zum politischen Islam gemacht hatte.

          Thomas Thiel

          Redakteur im Feuilleton.

          Die treibende Kraft hinter dieser Entwicklung war nicht Peter Schäfer, sondern die inzwischen andernorts tätige Programmleiterin der an das Museum angeschlossenen Akademie, Yasemin Shooman. Von Anfang an: Yasemin Shooman wurde am Berliner Zentrum für Antisemitismusforschung (ZfA) promoviert. Ihre Doktorarbeit galt dem antimuslimischen Rassismus, was angesichts der Denomination des Zentrums überrascht, aber einer Wende folgt, die Shoomans Doktorvater Wolfgang Benz, ehemals Leiter des Zentrums, vor rund zehn Jahren eingeleitet hatte.

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