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Englands EU-Entscheidung : Eine Wahl, die keiner will

  • -Aktualisiert am

Sie dürfen ja wählen: Fahnenschwenker Ende März vor den Parlamentsgebäuden in Westminster. Bild: dpa

Wenn ein Partei-Grande vom eigenen Lager abrät, weil ihm die Nation mehr bedeutet: Für die Engländer steht die Europawahl schon an diesem Donnerstag an.

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          „Eine extreme Mediokrität, die einem Kabinett von Mediokritäten eher vorsaß, als dass sie es beherrschte.“ So ungerecht Benjamin Disraelis Urteil über Premierminister Lord Liverpool und dessen Kabinett in dem 1844 veröffentlichten Roman „Coningsby“ ausfiel, so treffend scheinen seine Worte die gegenwärtige Regierung zu beschreiben. In Liverpools Kabinett waren sechs Staatsmänner vertreten, die Premierminister gewesen waren oder noch werden würden, darunter Wellington, Peel und Palmerston. Es ist freilich nicht auszuschließen, dass einer aus der Reihe der um die Nachfolge Theresa Mays wetteifernden Konservativen das Kaliber dieser Staatsmänner entfalten könnte.

          Gina Thomas

          Feuilletonkorrespondentin mit Sitz in London.

          Gerade in dieser Woche, in der Theresa May in den Abgrund starrt, erinnerte die BBC mit einer Dokumentation über den Aufstieg Margaret Thatchers nicht nur daran, wie wenig die Partei ihr zutraute, als sie 1975 die Führung übernahm, sondern auch, wie unerfahren und ungeschickt sie in der ersten Phase als Premierministerin wirkte. Niemand hätte damals vorausgesagt, dass sie in Umfragen mit Churchill und Attlee regelmäßig die Liste der besten Premierminister anführen würde, während Anthony Eden, der sein Land in der Suez-Krise außenpolitsch ähnlich blamierte wie jetzt Theresa May mit ihrer Handhabung des Brexits, stets den letzten Platz belegte.

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