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Zur Bedeutung der Kirchen : Wegweiser zu den Quellen der Resilienz

  • -Aktualisiert am

Ein Ministrant bei seinen Pflichten in Pandemiezeiten Bild: dpa

Angesichts des tausendfachen Sterbens seien die Kirchen überflüssig geworden – befand vor kurzem der evangelische Theologe Gerhard Wegner in der F.A.Z. Mitnichten! Ein Gastbeitrag zur Entgegnung.

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          Der ehemalige Direktor des Sozialwissenschaftlichen Instituts der EKD, Gerhard Wegner, veröffentlichte in dieser Zeitung eine harsche Polemik gegen die Kirchen in der Corona-Pandemie. Sozialwissenschaftlich und philosophisch belesen, wirft Wegner den Kirchen vor, angesichts des tausendfachen Sterbens, der damit verbundenen Trauer und der Aufgaben für eine Krisenbewältigung in Gesellschaft durch Unsichtbarkeit „den endgültigen Beweis des Übergangs (...) in die Nutzlosigkeit“ geliefert zu haben.

          Wegners Institutionenkritik lässt allerdings einige blinde Flecken erkennen. Der blinde Fleck beschreibt in der Augenheilkunde den Punkt, an dem das Auge keine lichtempfindlichen Rezeptoren hat. Die Evolution hat dafür gesorgt, dass das Gehirn den Eindruck eines kompletten Blickfelds vermittelt. Die Suggestion eines Ganzen entsteht unter Ausblendung der Nichtwahrnehmung von Teilen der Realität und ist damit trügerisch.

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