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Postpandemische Zukunft : Wenn alles vorbei ist

Australische Surfer protestieren bei einem Weltrekordversuch gegen Bebauungspläne an der Küste. Bild: EPA

Jetzt, da die Pandemie zu Ende zu gehen scheint, stellen sich alle die Frage nach der Zukunft. Kehrt die Normalität möglicherweise schneller zurück, als unser Geist folgen kann?

          6 Min.

          An einem Frühlingsabend trennt sich eine junge Frau mit einem Klick von ihren Geburtstagsgästen. Als sie den Vorhang, Symbol des digitalen Feierabends, über den Flachbildschirm gleiten lässt, überkommt sie ein Lächeln bei dem Gedanken an Zeiten, in denen eine Feier mit dem Aufräumen der Küche endete. Auf dem Wohnzimmerparkett verteilt liegen noch die Geschenkkartons des Lieferservice, den ihre Freunde beauftragt haben. Ein letztes Mal tritt die junge Frau hinaus auf den Balkon. Die Kreuzung unter ihr ist wieder angenehm leer, sie kann das Spiel des Windes in den Bäumen hören. Am Fluss geht ein Paar spazieren. In ihrem Bewusstsein blitzt die Erinnerung an ein lang vergessenes Fest auf, das ihre Eltern in diesen Zimmern ausrichteten. Zwanzig Menschen, die nur eine Toilette benutzten. Sie erschaudert.

          Elena Witzeck
          Redakteurin im Feuilleton.

          Die junge Frau, die in der Pandemie erwachsen wurde, ist Produkt unserer Fantasie. Wir übertreiben ein wenig. Aber seit das Ende der unmittelbaren Virusbedrohung greifbarer wird, mehren sich die Fragen nach dem Danach, die Überlegungen, in welcher Hinsicht das Erlebte fortwirken und das Zusammenleben dauerhaft verändern wird. Die Neugier auf die Länder, die von der Rückkehr zur Normalität berichten konnten, war groß: Als sich im Dezember vor den Filialen der Luxusmarken in Wuhan Schlangen bildeten, als in Neuseeland die Kinos wieder öffneten und Australien Konzerte und Sportereignisse ausrichtete. Gebeugt über die Berichte von riesigen Partys saß manch ein Deutscher und las, ohne zu verstehen. War das ein Rückblick in die Vergangenheit? Die Vorstellungskraft der Gegenwart ließ es nicht zu.

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