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Sprachtests für Fußballer : Italienisches Eigentor

Luis Suárez feiert 2019 sein Tor beim Spiel Barcelona gegen Dortmund. Bild: AFP

Luis Suárez stand kurz vor einem Wechsel zu Juventus Turin. Nur einen Sprachtest musste der uruguayische Stürmer zuvor noch absolvieren. Dann funkten die italienischen Behörden dazwischen – mit peinlichen Folgen für die Universität, den italienischen Verein und den Spieler.

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          Juventus hatte wochenlang davon geträumt, Luis Suárez alias „el Pistolero“ vom FC Barcelona nach Turin zu holen. Die Quote von zwei Nicht-EU-Käufen war da aber schon erfüllt. Warum Suárez, dessen Frau Italienerin ist, da nicht einfach zum Italiener machen? Sein Antrag auf Staatsbürgerschaft lief ohnehin schon seit zwei Jahren. Nur ein Sprachtest, der ihm Italienischkenntnisse auf Niveau B1 des europäischen Referenzrahmens ausstellt, fehlte noch. Juventus kontaktierte die Universität für Ausländer in Perugia, eine von vier Zertifizierungsstellen. Was danach passierte, beschäftigt jetzt die Staatsanwaltschaft. Für sie war das Examen, das Suárez am 17. September dort bestanden hat, eine „Farce“.

          Karen Krüger

          Redakteurin im Feuilleton der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung in Berlin.

          Ermittelt wird unter anderen gegen die Rektorin, gegen den Prüfer Lorenzo Rocca und gegen die Lehrerin Stefania Spina, deren Online-Kurs Suárez vier Tage lang jeweils eine Stunde lang besuchte. Suárez, der italienischen Journalisten zufolge Italienisch spricht „wie ein sich durchs Land stotternder Tourist“, soll die Fragen vorab erhalten haben. Auch das Ergebnis stand offenbar schon vor dem Prüfungstermin fest.

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