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Wissenschaftsministerin : Ein liberaler Aufbruch?

Bundesministerin für Bildung und Forschung: Bettina Stark-Watzinger am 14. Januar in Berlin Bild: Reuters

Die Wissenschaft wird nicht nur für den ökologischen Umbau gebraucht. Die neue Ministerin Bettina Stark-Watzinger sollte ihr dafür die Freiheit lassen, die ihr bisher verwehrt wird.

          5 Min.

          Gegenläufig zu ihrer gestie­genen Bedeutung waren die ver­gangenen vier Jahre für die Wissenschaft eine politische Dürreperiode. Der Wissenschaftsetat stieg zwar weiter, wie er das seit Jahren tut. Das ging aber nicht auf den Druck des Bundesministeriums für Bildung und Forschung zurück, das auch bei anderen Großprojekten eher fünftes Rad am Wagen war, sondern auf andere Akteure. Die Idee der Kanzlerin, eine Newcomerin zur Wissenschaftsminis­terin zu machen, erwies sich als Fehlschlag. Anja Karliczek überraschte erst mit scharfen Ansagen und wirkte später verzagt. Bei öffentlichen Auftritten machte sie den Eindruck, als würde sie die Wissenschaft wie durch ein Laborfenster betrachten. Je näher ihre Amtszeit dem Ende entgegenrückte, desto lauter wurde der Ruf nach einer fachlich beschlagenen Nachfolgerin.

          Thomas Thiel
          Redakteur im Feuilleton.

          Die studierte Volkswirtin Bettina Stark-Watzinger von der FDP kommt die­ser Erwartung zumindest auf halbem Weg entgegen. Als langjährige Ma­nagerin eines Forschungsinstituts kennt sie die Usancen der Wissenschaft und als ehemalige Vorsitzende des Fi­nanzausschusses die Struktur des Mi­nis­teriums. Der Koalitionsvertrag, der ein Gespür für die Wissenschaft zeigt, trägt in dieser Hinsicht ihre Handschrift. Für eine Liberale überraschend setzte sie den ersten Akzent auf die Bildungsgerechtigkeit, die sie mit einer Bafög-Reform angehen will. Dazu gibt es in einem Hochschulsystem, in dem Nichtakademikerkinder weit unterdurchschnittlich vertreten sind, gleichbleibend Anlass.

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