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Islamophobie-Forschung : Wissenschaft nach Agenda

  • -Aktualisiert am

Protest gegen Islamophobie in Frankreich Bild: EPA

Der Islamophobie- Forschung fehlt ein stimmiges Konzept, um Diskriminierung von Muslimen zu bewerten. Deshalb sucht sie ihr Heil in Rassismus-Vorwürfen.

          5 Min.

          Der Begriff Islamophobie zieht weite Kreise, wird aber selbst von denen, die ihn popularisiert haben, mit einer gewissen Skepsis betrachtet. Sie rührt von dem Vorwurf, dass die Islamophobie-Diagnose den „Täter“ entlaste, da Phobie auf einen krankhaften Zustand verweise, für den er nichts könne. Außerdem richte der Begriff den Blick zu sehr auf das Individuum und lasse Machtstrukturen außer Acht.

          Da man andererseits weiter von der Popularität des Islamophobie-Begriffs profitieren möchte, kommt es zu kuriosen Definitions-Manövern. So verwendet der britische Thinktank Runnymed Trust, der den Islamophobie-Begriff 1997 mit seinem Bericht „Islamophobia. A challenge for us all“ in öffentliche Debatten einführte, folgende Definition: „Islamophobie ist antimuslimischer Rassismus.“ Das soll den besagten Vorbehalt entkräften. Denn anders als die Islamophobie-Forschung soll die Forschung zu antimuslimischem Rassismus einzig und allein der Aufdeckung der Dominanzverhältnisse dienen, die angeblich von westlichen Gesellschaften geschaffen werden, um „als muslimisch markierte andere“ – so die postkolonial korrekte Sprechweise – auszugrenzen und ihnen ihre Teilhaberechte zu verweigern. Missliebige Bedeutungsgehalte wird man allerdings nicht dadurch los, dass man Begriffe willkürlich umdefiniert.

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