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Das frühere Gefängnis der Staatssicherheit der DDR in Berlin-Hohenschönhausen Bild: dpa

Stasi-Gedenkstätte : Förderverein mit rechtspopulistischer Schlagseite

Wird die Stasi-Gedenkstätte B-Hohenschönhausen von der AfD unterwandert? Der Vorsitzende macht aus seinen Überzeugungen kein Hehl – und wird jetzt seinen größten Kritiker los.

          Wer dem Diktum Leopold von Rankes folgend wissen will, wie es in der jüngeren Vergangenheit „eigentlich gewesen“ ist, gerät unweigerlich in geschichtspolitische Diskurse, die vielleicht mehr über die Gegenwart aussagen als über das, wovon sie historisierend erzählen. Einem ewigen Kampf um Deutungshoheit liefert sich aus, wer mitmischen will, Geschichte zu schreiben – zumal wenn dies nicht im stillen Kämmerlein der Wissenschaft vonstattengeht, sondern im öffentlichen Raum der Erinnerungspolitik. Dabei geht es nicht nur um die Frage, woran und mit welchen Mitteln erinnert wird, sondern auch, durch wen diese Erinnerung repräsentiert wird.

          Hannah Bethke

          Feuilletonkorrespondentin in Berlin.

          Dass das zuweilen groteske Züge annehmen kann, demonstriert gerade der Förderverein der Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen, der ehemaligen Untersuchungshaftanstalt der Stasi. Wie die „Berliner Zeitung“ am Montag berichtete, will der Förderverein sich von seinem Schriftführer Stephan Hilsberg trennen. Der Sozialdemokrat und einstige Bürgerrechtler der DDR kritisiert seit vergangenem Jahr, als der Förderverein den Berliner AfD-Fraktionsvorsitzenden Georg Pazderski aufnehmen wollte, immer wieder, dass der Verein von der AfD unterwandert werde. Dies gilt Hilsberg zufolge insbesondere für den Fördervereins-Vorsitzenden Jörg Kürschner, der in der DDR selbst Häftling in Hohenschönhausen war. Kürschner schreibt regelmäßig für die „Junge Freiheit“ und macht aus seiner Sympathie für die Rechtspopulisten kein Hehl. Die Gedenkstätte veranlasste das im Juni dazu, die Zusammenarbeit mit dem Förderverein aufzukündigen. Kürschner ist unterdessen weiterhin Mitglied des wissenschaftlichen Beirats und Besucherreferent der Gedenkstätte.

          Nun soll Hilsberg „vereinsschädigendes“ Verhalten zur Last gelegt worden sein; für Auskunft darüber zu erreichen war der Förderverein am Montag nicht. Die Gedenkstätte hält sich derweil mit einer Stellungnahme zurück und lässt verlauten, dass eine Wiederaufnahme der Zusammenarbeit mit dem Förderverein nicht geplant sei. Schon werden Stimmen laut, dass das Gedenken an DDR-Unrecht eine neue Richtung einschlage und zunehmend von Rechtspopulisten zu vereinnahmen versucht werde. Es stand schon einmal besser um die Bewältigung der jüngsten deutschen Vergangenheit.

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