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Mark Zuckerberg und die Politik : Katze im Sack

Einer raus, einer rein? Barack Obama und Mark Zuckerberg im Juni in Stanford. Bild: dpa

Dass Facebook ein mächtiges politisches Instrument ist, haben jetzt alle begriffen. Mark Zuckerberg weiß es längst. Und hat Vorbereitungen für einen möglichen Wechsel in die Politik getroffen.

          Dass das soziale Netzwerk im amerikanischen Wahlkampf herausragende Bedeutung hatte, steht auch für diejenigen außer Frage, die nicht unterstellen, Facebook habe mit gezielter Bevorzugung oder Unterdrückung politischer Beiträge auf den Ausgang Einfluss nehmen wollen und an der Verbreitung von „Fake News“ ein heimliches Interesse, das über die allgemeine Vorliebe für viel geteilte und kommentierte Inhalte hinausgeht.

          Der Datenschatz, über den die Firma verfügt, lässt sich nicht nur für die passgenaue Versorgung mit Produktwerbung der Nutzer gemäß ihren Vorlieben und ihrem Verhalten verwenden, sondern auch für die gezielte Ansprache bestimmter Wählergruppen mit auf sie abgestimmten Beiträgen. Wie wichtig es ist, ein Medium dieser Mächtigkeit für seine Zwecke einzuspannen, das weiß der künftige Präsident Donald Trump ebenso wie seine Kontrahentin Hillary Clinton und sein Vorgänger Barack Obama. Facebook-Chef Mark Zuckerberg weiß es selbstverständlich auch.

          Zuckerberg sorgt sich um die Katze

          Er hat sich, wie nun bei einem Gerichtsverfahren in Delaware bekannt wurde, die Möglichkeit einräumen lassen, das Unternehmen Richtung Politik zu verlassen, ohne seine Ämter bei Facebook dauerhaft aufgeben zu müssen. Das berichtet der „Guardian“. Minderheitsaktionäre hatten geklagt, der Aufsichtsrat habe die Einflussmöglichkeiten auf das Unternehmen zu ihren Ungunsten verschoben.

          Zu den Dokumenten, die das Gericht auswertete, gehört die Korrespondenz zwischen Zuckerberg und Marc Andreessen, einem frühen Investor und Aufsichtsrat von Facebook. Der hielt für die heikelste Frage bei den geplanten Änderungen, welche Abwesenheit die Aktionäre Zuckerberg verziehen, ohne ihm vorzuwerfen, er lasse das Unternehmen im Stich. „Die Katze ist im Sack, und der Sack ist im Fluss“, schrieb Andreessen geheimnisvoll an Zuckerberg. Der Facebook-Gründer fragte bang zurück: „Heißt das, sie ist tot?“ Die Mission sei ausgeführt, gab Andreessen triumphierend zurück. Jetzt werden Zuckerberg zwei Jahre zugestanden, in denen er sich ganz der Politik widmen kann. Über die Instrumente für den Wahlkampf verfügt er wie kein zweiter. Zuckerberg for President?

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