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Zukunft der Städte : Wir brauchen ein Bundesbauministerium

  • -Aktualisiert am

Blick auf den Bahnhof Alexanderplatz und die Spree in Berlin Bild: dpa

Die Pandemie hinterlässt Spuren: Der Einzelhandel stirbt, der Onlinehandel boomt; Büros stehen leer. Menschen hinterfragen erstmalig ihre Wohnsituation. Wie gestalten wir unsere Lebensräume krisenfester? Ein Gastbeitrag.

          5 Min.

          Blickt man nur lange genug zurück, wird deutlich, dass Krisen, Katastrophen und eben auch Pandemien schon immer Gebäude und Städte geformt haben. Nach Überflutungen wurden Wasserver- und -entsorgung und Deichbau neu gedacht. Nach Pandemien standen die hygienischen Zustände im Fokus, die etwa nach der rasanten Industrialisierung mangelhaft waren, da Städte auf den Zuzug der Arbeitskräfte nicht vorbereitet waren. Dass sich am Ende das Bauhaus über „Licht, Luft, Sonne“ definierte, folgte den Grundsätzen gesunden Wohnens.

          Die Pandemie offenbart Defizite und hinterlässt Spuren: Monofunktionale Innenstädte beklagen Leerstand; der Einzelhandel stirbt, der Onlinehandel boomt; Büros stehen leer, Homeoffice bestimmt das Arbeitsleben. Menschen hinterfragen erstmalig ihre Wohnsituation. Sie vermissen Rückzugsräume und merken auch, welche Räume unnötig sind. Der Wohnungsbau, oft „Kistenvarianten aus dem Katalog“ mit überschaubarer Halbwertszeit, trennt Generationen voneinander, Familien von Singles, und er zementiert soziale Unterschiede. Die Pandemie bringt Vereinsamung. Bei Nutzungsvielfalt und sozialer Mischung in Gebäuden und Quartieren wäre das weniger der Fall.

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