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Theologieseminar ohne Kruzifix : Gegen die leere Wand

  • -Aktualisiert am

Hier hängt es noch: Kruzifix am Wand des Landgerichts Würzburg Bild: dpa

In Wien sollen die Theologen künftig in Hörsälen ohne Kreuz lehren. Ist das richtig? Ein Gastbeitrag.

          5 Min.

          Im Wintersemester 2017/18 haben die Professorinnen und Professoren der Katholisch-Theologischen Fakultät Wien zum letzten Mal ihre Vorlesungen in den Hörsälen gehalten, die seit 1884, dem Datum der Fertigstellung des Hauptgebäudes der Universität an der Ringstraße, der Theologie zugewiesen waren. Die Säle im imperialen Prachtbau, der seinerzeit vom Architekten Heinrich von Ferstel im Stil der italienischen Hochrenaissance geschaffen wurde, sind hoch und hell, sie bieten ideale Rahmenbedingungen für die Lehre. Gleichwohl hat das Rektorat wegen verschärfter Brandschutzbestimmungen und erhöhten Bürobedarfs entschieden, diese Hörsäle im zweiten Obergeschoss aufzugeben und baulich umzuwidmen.

          Vom kommenden Sommersemester an soll der Lehrbetrieb der katholischen Theologie daher im Tiefparterre der Universität wieder aufgenommen werden. Manche bedauern dies und sehen in dem Vorgang auch eine symbolische Degradierung. Eine solche Lesart aber ist maliziös. Sie ignoriert die Argumente der Universitätsleitung, lässt unbeachtet, dass auch andere Fächer von der Regelung betroffen sind, und vergisst, dass die Theologie keine Privilegien bei der Hörsaalzuweisung geltend machen kann.

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