https://www.faz.net/-gqz-a0jlz

Popkultur und Politik : Undercover werben für Amerika

Perestroika rockt: Auf dem Moscow Peace Festival traten im Sommer 1989 auch die Scorpions auf, und es entstand „Wind of Change“ Bild: action press

Popkultur prägt das Image der Vereinigten Staaten weltweit. Stand also die CIA hinter dem größten Hit der Scorpions? Und wieso steht die Psyche der CIA-Agentin aus einer Serie sinnbildlich für die amerikanische Seele?

          6 Min.

          Es ist eine Theorie mit mieser Quellenlage, aber großer Zuhörerschaft: Einer der derzeit erfolgreichsten Podcasts in den Vereinigten Staaten versucht zu beweisen, dass „Wind of Change“ von den Scorpions – wahrscheinlich einer der größten Pophits aller Zeiten – in Wahrheit von der CIA komponiert worden wäre, um den antikommunistischen Systemwandel in den Sowjetstaaten zu unterstützen. Das Gerücht geistert schon eine Weile durch die Mythengeschichte des Rocks, aber nun hat es der Investigativjournalist Patrick Radden Keefe, der für gewöhnlich im „New Yorker“ über Gangsterbosse, Terroristen und Drogen schreibt, aufgegriffen und zum Thema einer packend erzählten Recherche gemacht. Stammen die eingängigen Liedzeilen des Scorpions-Hits aus der Feder amerikanischer Spione? Wurde der berühmte „Soundtrack einer Revolution“ in Wahrheit in Langley komponiert?

          Simon Strauß

          Redakteur im Feuilleton.

          Gegen die waghalsige Behauptung, nach der die CIA den „einflussreichsten Song des 20. Jahrhunderts“ in die Welt gesetzt habe, um den Ostblock für die westliche Lebensart zu begeistern, spricht einiges: Nicht nur, dass das Lied wohl 1989 am Rande eines Musikfestivals in Moskau geschrieben wurde, aber erst im November 1990, also nach dem Fall der Mauer, erschien, sondern auch, dass es neben der verdächtigen russischen Fassung des Songs auch eine spanische gab.

          Testen Sie unsere Angebote.
          Jetzt weiterlesen

          Testen Sie unsere Angebote.
          F.A.Z. PLUS:

            FAZ.NET komplett

          : 65% günstiger

          Diese und viele weitere Artikel lesen Sie mit F+

          Rupert Stadler sitzt in München im Gerichtssaal.

          Früherer Audi-Chef : Mit der S-Klasse zum Gericht

          Rupert Stadler hat eine neue Rolle: Er muss sich im Diesel-Prozess verantworten. Früher, in seiner Rolle als Vorstandschef der prestigeträchtigen VW-Marke Audi, fand er mehr Gefallen an öffentlichen Auftritten.
          Trump und Biden am Dienstag bei der ersten Fernsehdebatte.

          Präsidentenwahlkampf : Trump und die „Proud Boys“

          Donald Trump hatte gehofft, die erste Fernsehdebatte werde die Wende im Präsidentenwahlkampf bringen. Doch sein Auftreten hat das Gegenteil bewirkt – ebenso wie seine Äußerungen zu den „Proud Boys“.