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IAA : Ist Auto das neue Bio?

So sieht heute Bürgernähe aus: Die IAA Mobility okkupiert auch den Münchner Königsplatz und erklärt ihn zu einem „Open Space“.Früher war er opener. Bild: dpa

Die Internationale Automobilausstellung gibt sich bei ihrem ersten Auftritt am neuen Standort München so grün wie nie zuvor – auf Kosten des Stadtraums.

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          Migration findet immer von Ost nach West statt, also beginnen wir im Osten. Wer von dort aus das Messegelände und die B-Hallen betritt, findet sich in einer Fahrradausstellung wieder. Das ist weit weniger unangenehm als der Spießrutenlauf an den tausendfach plakatierten Schlagworten „Mobility“ und „Sustainability“. Dass es mit der Mobility in Munich derzeit nicht weit her ist, kann nur bestreiten, wer Baustellen als Langzeit-Inszenierungen begreift und Bauarbeiter als Statisten in einem Drama. Und wer mit dem Auto anreiste, stand erst einmal im Stau, weil die IAA-Gegner mit diversen Abseilaktionen gleich vier Autobahnen lahmgelegt hatten. Wenig Aufwand, große Wirkung, immerhin war der Bahnstreik vorbei, und die Züge fuhren halbwegs pünktlich.

          Hannes Hintermeier
          Feuilleton-Korrespondent für Bayern und Österreich.

          IAA, das war einmal in Frankfurt ein fixer Termin, alle zwei Jahre seit 1951 bis 2019. Jetzt heißt die Messe IAA Mobility und wird in München abgehalten, in Riem und in der Innenstadt. Der bayerische Ministerpräsident lobte den Umzug gut fränkisch: „Auto’s coming home“. My home is my carport? Seit das Fahrrad als Fortbewegungsmittel immer wichtiger wird, schreitet die technologische Aufrüstung des Esels, der nie aus Draht war, in Riesenschritten voran. Die Vielfalt kennt keine Grenzen, Rennräder, Triathlon-Maschinen, Gravelbikes, Mountainbikes, Lasten-, Kinder-, Kompakt- und Klappräder, E-Scooter, verkleidete Liegeräder sind zu sehen, die allermeisten mit E-Antrieb. Im Freigelände kann man testfahren. Viele der Zwitterwesen können ästhetisch weiterhin nur bedingt überzeugen, aber das mag sich in den nächsten Jahren ändern. Im zweiten Corona-Jahr geht es darum, überhaupt ein Bike zu ergattern, monatelange Verzögerungen waren die Regel.

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