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Leben nach der Corona-Krise : Die Stadt der Zukunft

Visionär: Das Projekt Tegel Smart City von Philipp Bouteiller. Bild: Tegel Projekt GmbH

Die Corona-Krise wirkt als Katalysator urbaner Entwicklungen. Das Verhältnis von Zentrum und Peripherie verändert sich, Mobilität und die Steuerung von Datenströmen werden neu gedacht.

          6 Min.

          Immer wenn eine außergewöhnliche Krise eine Gesellschaft trifft, heißt es: Jetzt wird alles anders! Das war zum Beispiel so nach den Attentaten des 11. September 2001. Als die Doppeltürme des World Trade Center zusammenstürzten, hieß es, das Zeitalter des Hochhauses sei vorbei, das der terroranfälligen Großstadt auch. Tatsächlich führte der Zusammenbruch der New Economy dazu, dass massenhaft Geld in Immobilien floss und in Manhattan geradezu obszön hohe Wohnhochhäuser emporwuchsen. Gleichzeitig passierte etwas, das vor den Anschlägen schon begonnen hatte, nach ihnen mit Verweis auf die Terrorgefahr aber umso entschlossener ausgeweitet werden konnte: die Überwachung des Stadtraums mit Kameras.

          Niklas Maak
          Redakteur im Feuilleton.

          Man kann vorhersagen, dass es „nach Corona“ ähnlich sein wird: Die Krise wird – zumal es irgendwann Impfstoffe und Schnelltests geben wird – nicht das Ende von Bars, Fußballstadien, Diskotheken und anderen Orten großen Gedränges sein; aber sie wird wie ein Katalysator latent vorhandener Tendenzen wirken. Corona befeuert eine schon vor der Epidemie zunehmende Stadt-Skepsis. Die Krise hat offenbart, wie verletzlich die arbeitsteilige, global vernetzte Großstadt als System ist. Man mag sich nicht ausmalen, wie es aussähe, wenn ein noch bedrohlicheres Virus – Stichwort Ebola – in einer Metropole außer Kontrolle geraten würde.

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