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Skandal um „Raubverlage“ : Was ist in der Wissenschaft noch echt?

Hier gibt es nur echtes Wissen, geprüft und beglaubigt: Die Herzogin Anna Amalia Bibliothek in Weimar. Bild: dpa

Eine Recherche zeigt, wie „Raubverlage“ das Wissenschaftssystem missbrauchen. Sie publizieren wie wild. Ist das jetzt ein Skandal, oder ist es keiner?

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          Die Wissenschaft ist blamiert bis auf die Knochen. Aber ist das eigentlich Wissenschaft, was die beiden ARD-Fernsehjournalisten Svea Eckert und Peter Hornung in ihrer Dokumentation am Montagabend in der „Exklusiv“-Reihe unter dem Titel „Die Lügenmacher“ zeigten? Der halbstündige Film begann mit dem tragischen Krebstod der Moderatorin Miriam Pielhau, berührende Erinnerungen, die eng verknüpft sind mit der Geschichte eines offensichtlich betrügerischen Medizinunternehmers, auf dessen höchst fragwürdige Veröffentlichungen die Fernsehprominente hereingefallen war. Ein Scharlatan.

          Joachim Müller-Jung

          Redakteur im Feuilleton, zuständig für das Ressort „Natur und Wissenschaft“.

          Der Film zeigt das, aber nicht nur das. Er spielt in dem Schattenreich, das der Werbung und dem Schwindel genauso nahe ist wie der Wissenschaft und das Skrupellosigkeit und Naivität zur Grundlage eines Geschäftsmodells gemacht hat, kurz: „Die“ Wissenschaft konnte das gar nicht sein. Es geht nicht um das System, sondern um die, die das System missbrauchen, ausbeuten – fahrlässig oder getriebener Weise. Und dennoch muss jedem Zuschauer ständig die Frage auf der Zunge gelegen haben, welche die beiden Autoren am Ende selbst formulierten: „Wem soll man glauben, wenn man keinem mehr glauben kann?“

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