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Neo-Broker erobern den Markt : Per Flatrate in den Ruin

Es geht bergab: Fallen die Kurse, bewahrt man besser einen kühlen Kopf. Bild: Reuters

Hauptsache, die App lässt Konfetti regnen: Die Generation der Millennials entdeckt das Zocken an der Börse. Sie verwechselt dabei Spiel und Ernst.

          5 Min.

          Dem Risikoreich der Neo-Broker, die den Börsenhandel per App zum kinderleichten Spielfeld für jedermann machen, nähert man sich für gewöhnlich harmlos an. Etwa, indem man einen Fitnesstracker am Handgelenk trägt. Einen digitalen Wächter, der jede genommene Stufe und jeden einzelnen Schritt aufzeichnet und, sobald man sein Ziel erreicht hat, vibriert. Da der Mensch Belohnungen liebt, leuchtet auf dem kleinen Display ein goldener Pokal auf. Der Applaus des Geräts kann sich tatsächlich befriedigender als gedacht anfühlen, fast ein wenig so, als habe man bei den Bundesjugendspielen eine Ehrenurkunde gewonnen. Andere lassen sich vielleicht von einer Sternchen verteilenden Lern-App motivieren. Auch Tinder führt ja über das Spielerische, maximal unromantische Swipen nach rechts oder links zu einer Belohnung („it’s a match!“).

          Melanie Mühl
          Redakteurin im Feuilleton.

          Der Implementierung spielerischer Elemente in spielfremde Umgebungen – Gamification genannt – begegnet man immerzu, jedenfalls hat man den Eindruck, dass mittlerweile so gut wie jeder Lebensbereich per digitaler Innovation zum Spiel umfunktioniert wurde beziehungsweise werden soll. Liebe, Bildung, Ernährung, Fitness: überall locken virtuell zu erobernde Pokale, Medaillen, Punkte und Abzeichen. Je nach Anwendung tritt man gegen sich selbst beziehungsweise seinen digitalen Begleiter oder eben gegen eine Community an.

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