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Interview zur Wohnungsnot : Wie lösen wir die Immobilienkrise, Herr Vogel?

Hans-Jochen Vogel Bild: epd

Als Oberbürgermeister modernisierte Hans-Jochen Vogel in den sechziger Jahren München – und die SPD. Heute ist er 93, wird als Visionär gefeiert. Ein Interview über Bodenpreise, Enteignungen und Leerstand auf dem Land.

          8 Min.

          Hans-Jochen Vogel, geboren 1926, war von 1960 bis 1972 Oberbürgermeister von München und von 1972 bis 1974 Bundesbauminister – und wollte damals durchsetzen, dass „leistungslose Wertzuwächse“ von Grundstücken zu 100 Prozent dem Allgemeinwohl, konkret: den Gemeinden zufließen. Was nach einem mittelaufregenden Verwaltungsakt klingt, hätte vielleicht das Leben in den Städten grundlegender verändert als jede Architektur: Viele sagen, dass die Spekulation mit Bauland und die Preisexplosion am Wohnungsmarkt und auch der Ausverkauf staatlicher Liegenschaften nie so stattgefunden hätte, wenn sich Vogel damals durchgesetzt hätte. Heute wird der Politiker auf Architekturbiennalen und Fachkongressen als Visionär gefeiert. Doch ist es jetzt zu spät? Was kann man von der Aufbruchseuphorie der sechziger Jahre lernen, als Vogel das moderne München erfand – und was aus den Fehlern, die damals gemacht wurden? Was kann man tun, um die Mieten zu bremsen und die Stadt als soziales Konstrukt zu retten? Ein Gespräch  in München.

          Niklas Maak

          Redakteur im Feuilleton.

          In Berlin fordert eine Bürgerinitiative, Immobilienkonzerne zu enteignen, die mehr als 3000 Wohnungen besitzen. So soll verhindert werden, dass ein börsennotiertes Unternehmen Hunderte von Wohnungen renoviert, deutlich teurer vermietet und damit die alten Mieter aus dem Zentrum verdrängt. Eine Mehrheit der Berliner findet das gut. Kehrt jetzt der Sozialismus zurück?

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