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Emotionserkennungs-Systeme : Ich sehe was, was du nicht fühlst

Vermessen: Gesicht einer Frau im Koordinatensystem einer Gesichtserkennungssoftware Bild: Shutterstock

Künstliche Intelligenz wird zum Erkennen von Gesichtern genutzt – und zur Bestimmung von Emotionen. Doch lassen die sich so einfach ablesen? Und zu welchem Zweck?

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          Freude, Überraschung, Trauer, Ekel, Angst oder Wut? Auf der von Forschern der Universität Cambridge lancierten Website emojify.info können virtuelle Besucher ihre Smartphone- oder Computerkameras einschalten, Grimassen schneiden und verfolgen, wie eine Gesichtserkennungssoftware die eigene Mimik einer von sechs Grundemotionen zuordnet. Mit der Identifizierung eines klischeehaft traurigen Gesichts scheint das System Schwierigkeiten zu haben, trotz ostentativ nach unten gezogener Mundwinkel. Zusammengekniffene Augenbrauen deutet es als Anzeichen von Wut, und ein Grinsen löst, ganz gleich wie trist das Seelenleben hinter dem aufgesetzten Mienenspiel aussehen mag, die Klassifizierung als „happy“ aus.

          Ursula Scheer
          (eer.), Feuilleton

          Mit diesem simplen „Fake Smile Game“ wollen Wissenschaftler um die Projektleiterin Alexa Hagerty auf spielerische Weise Anstöße für eine Diskussion darüber geben, welche Möglichkeiten, Grenzen und Gefahren Emotionserkennungssoftware birgt. Digitale Gesichtserkennungssysteme zum Zwecke der Identifizierung von Personen sind – etwa in der Polizeiarbeit – vielerorts längst etabliert und je nach Staatswesen mehr oder weniger reguliert. Der nächste Schritt ist mit Künstlicher Intelligenz (KI) ausgestattete Software, die Emotionen aus digital vermessenen und algorithmisch ausgewerteten Bildern von Gesichtern lesen soll.

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