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Russische Unrechtsjustiz : Du sollst nicht falsch Zeugnis ablegen

  • -Aktualisiert am

20.000 Russen demonstrieren für die Freilassung von inhaftierten Oppositionellen. Bild: AFP

Studenten, Wissenschaftler und Priester kritisieren die russische Justiz. Sie wehren sich gegen zu Unrecht verhaftete Demonstranten und Oppositionelle. Im Kreml bleibt derweil alles beim Alten.

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          Zwei Schritte vor, ein Schritt zurück lautet die Formel, nach der die russische Obrigkeit gegen die Zivilgesellschaft vorrückt. Die Festnahmen und Strafprozesse, mit denen die Ordnungshüter die friedlichen Moskauer Demonstrationen gegen Fälschungen der Stadtdumawahlen beantworteten, verbreiteten Schrecken, mobilisierten aber auch neuen Widerstand. Insbesondere Hochschulangehörige und Studenten, die die Speerspitze der Proteste bildeten, organisierten Solidaritätskundgebungen und sammelten Geld für Inhaftierte, die von namhaften Anwälten gratis verteidigt wurden.

          Kerstin Holm

          Redakteurin im Feuilleton.

          Als obendrein 182 russisch-orthodoxe Priester das für ihre Kirche traditionelle Schweigen brachen und in einem offenen Brief die verlogenen Anklagen und die Einschüchterungsjustiz verurteilten, woraufhin einige Häftlinge freigelassen wurden, machte das viele kurzfristig euphorisch. Doch ersatzweise kamen sechs weitere Demonstranten in Haft, die versucht hatten, gepanzerte Sonderpolizisten daran zu hindern, am Boden liegende Menschen zu verprügeln. Dabei hätten sie, wie die Polizisten vor Gericht erklärten, ihnen „Schmerz zugefügt“.

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