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Grüne und FDP : Die Whiskey-Connection

  • -Aktualisiert am

Auf Grün: Stephan Thomae, FDP; auf Gelb: Konstantin von Notz, Grüne. Bild: Daniel Hofer

Ein Grüner und ein Liberaler fanden: Wir müssen reden – und trafen sich seit vier Jahren in der Kneipe „Lebensstern“ in Berlin. Bald regieren sie zusammen.

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          Die Verabredung war: Wir treffen uns alle paar Monate mittwochs, neun Uhr abends, im „Lebensstern“. Das ist eine Bar in Berlin-Schöneberg, dunkler Holzboden, tiefe Sessel, Whiskeyflaschen in leuchtenden Vitrinen, auf der Karte elegante Drinks, Nüsschen und Edel-Sardinen aus der Dose. Teilnehmer: ein paar Politiker der FDP, ein paar von den Grünen. Anlass: keiner. Nur mal reden. Und dann mal sehen.

          Das begann vor vier Jahren, zu einer Zeit, als die Zeichen eigentlich auf Schweigen standen. Denn der große Versuch, zu reden, war gescheitert. Es würde kein Jamaika-Bündnis geben. Alle Verhandlungspartner waren enttäuscht voneinander. Wobei, nicht alle: Ein paar Tage nach dem großen Knall liefen sich zwei Männer auf den Fluren des Bundestags über den Weg, ein Grüner und einer von der FDP. Sie waren zur selben Zeit in den Bundestag eingezogen, hatten in derselben Arbeitsgruppe Jamaika ausgelotet – und gemerkt, dass sie sich verstehen. Der Grüne, Konstantin von Notz, 50, und der Liberale, Stephan Thomae, 53, Vize-Chefs ihrer Fraktionen, beschlossen weiterzureden. Im „Lebensstern“, nicht öko, nicht yuppie, weit weg von der Politikclique in Berlin-Mitte.

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