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Gedenken polnischer NS-Opfer : Kein großer Sack für alle Slawen

  • -Aktualisiert am

Rennende Aufständische während der Straßenkämpfe des Aufstandes der Heimatarmee in Warschau. Aufnahme von 1944 Bild: Picture-Alliance

Im Zweiten Weltkrieg wurden Polen ermordet, weil sie Polen waren. Ein Denkmal für alle Opfer im Osten würde sie postum ihrer Identität berauben. Wie ein Mahnmal für die polnischen NS-Opfer aussehen müsste. Ein Gastbeitrag.

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          Vor einigen Wochen – kurz vor dem 80. Jahrestag des Ausbruchs des Zweiten Weltkriegs – stellte die russische Stiftung „Historische Erinnerung“ (historyfoundation.ru) Dokumente ins Internet, deren Veröffentlichung sie als Sensation bezeichnete. Es waren die gescannten Originale der russischen Ausfertigung des Hitler-Stalin-Paktes vom 23. August 1939 und seines geheimen Zusatzprotokolls. Das Geheimprotokoll legte in Mitteleuropa zwischen dem Dritten Reich und der Sowjetunion „Einflusssphären“ fest. Auf dessen Grundlage entfesselten die zwei totalitären Mächte den Zweiten Weltkrieg, teilten sechs zwischen ihnen liegende Länder unter sich auf und begannen, sie zu besetzen.

          Für Historiker ist die Veröffentlichung keine Sensation. Der Inhalt der Dokumente ist seit langem bekannt und ist für die meisten Wissenschaftler kein Gegenstand der Kontroverse mehr (wenngleich in Russland „Negationisten“ die Existenz des Zusatzprotokolls bis heute in Frage stellen). Dennoch fand die Veröffentlichung in Polen und in Russland ein großes Echo; der Zweite Weltkrieg bleibt ein gesellschaftlich relevantes Thema.

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