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Gespräche mit jungen Menschen : Die Dekadenz der Avocado

Politisch aktiv und immer online? Die erste Generation, die mit dem Smarthone in der Hand aufgewachsen ist Bild: Plainpicture

Die Generation Z steht in den Startlöchern und grenzt sich ab von ihren Vorgängern: Was treibt die Zwanzigjährigen heute um, wenn sie an die Zukunft denken? Wovon träumen sie?

          6 Min.

          Wer sind eigentlich die, die da gerade nachwachsen? Die Jungen, Vierzehn- bis Mittzwanzigjährigen, die noch zur Schule gehen oder jüngst eine Ausbildung begonnen haben. Noch sind sie eine demographische Unbekannte. Dabei ist das Rennen um ihre Definitionshoheit längst im Gange, womöglich, weil auf dieser Generation die größten Erwartungen ruhen. Weil sie die Last trägt, die Welt retten zu sollen und dabei auch noch die Fehler der Vergangenheit zu korrigieren auf ihren schmalen Schultern, wie jüngst zu lesen war. Sicherlich steht sie auch im Fokus, weil sie jedenfalls in der westlichen Welt über eine Kaufkraft in Milliardenhöhe verfügt, was zumindest jene, die sich davon Reichtümer versprechen, antreibt, ihre ­Psyche als kommende Konsumenten zu entschlüsseln.

          Sandra Kegel
          Verantwortliche Redakteurin für das Feuilleton.

          Spätestens mit dem Abgesang auf den Avocado-Toast wurde über ihre Vorgänger, die Millennials, der Stab gebrochen. Seit 2017 gilt die Frühstücksschnitte als Symbol für alles, was falsch schien mit den Jahrgängen der Achtziger- und Neunzigerjahre. Millennials seien die, hatte damals ein australischer Teller­wäschermillionär behauptet, die ihre Träume vom Eigenheim zunichtemachten, weil sie für zermanschte Avocados neunzehn Dollar verschwendeten. Nun werden Generationen seit je die verschiedensten Attribute zugeschrieben, um kenntlich zu machen, was in Wahrheit durch Vielfalt und Widersprüchlichkeit geprägt und folglich kaum auf einen Nenner zu bringen ist. Trotzdem wurden die Babyboomer als idealistisch und egoistisch beschrieben, die folgende Generation X als pragmatisch und flexibel, die Generation Y als selbstbezogen und individualistisch, und über die Allerjüngsten heißt es nun, sie seien politisch engagiert und immer online.

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