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Französische Intellektuelle : Denunzieren und Strafen

Protest gegen Islamophobie in Frankreich Bild: EPA

Gezückte Messer, gewetzte Pamphlete: Der Streit unter französischen Intellektuellen um Minderheitenrechte und Islamphobie wird immer heftiger.

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          „Es herrscht Krieg“, erklärte die Soziologin Nathalie Heinich, als sie im Rundfunk ihr bei Gallimard erschienenes Pamphlet „Ce que le militantisme fait à la recherche“ (Gallimard) vorstellte. Als ihr Gesprächspartner nachhakte, verglich sie das an den Universitäten herrschende Klima des Hasses mit der Stimmung zur Zeit der Dreyfus-Affäre. Heinich ist eine Schülerin Bourdieus. Sie beklagt, dass die Geisteswissenschaften sich kaum noch um die Erforschung der Wirklichkeit, sondern vor allem um deren Veränderung bemühten.

          Jürg Altwegg
          Freier Autor im Feuilleton.

          Den „militanten Imperativ“, den die Soziologin als Bedrohung der akademischen Freiheit bekämpft, definiert ihr linksradikaler Kollege Geoffroy de Lagasnerie als Programm: „Wer die Gesellschaft beobachtet, sieht unweigerlich Phänomene, die man als Ausdruck von Herrschaft denken muss: ertrinkende Migranten, kapitalistische Unternehmen, Gewalt gegen Frauen, Homophobie, der hohe Anteil von Schwarzen und Arabern in den Gefängnissen.“ Auf sie verengt sich das Feld der Woke-Fächer Soziologie, Politologie, Literaturwissenschaft.

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