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Sprache, Kultur, Religion : Brauchen wir deutsche Medien auf russisch?

  • -Aktualisiert am

Zugehörigkeit zu einer Nation muss sich nicht nur durch die Sprache definieren: Demonstration von Russlanddeutschen. Bild: dpa

Der Kreml versucht durch Kulturinstitute und soziale Netzwerke im Ausland eine Diaspora zu mobilisieren. Es gibt aber einen Weg, dem entgegenzusteuern. Ein Gastbeitrag.

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          Zwei Jahre liegt er zurück, der „Fall Lisa“, jene rasch widerlegte Geschichte eines dreizehnjährigen russlanddeutschen Mädchens, sie sei von „Südländern“ gefangen gehalten und vergewaltigt worden, die vom russischen Staatsfernsehen aufgegriffen wurde, sich über russischsprachige soziale Medien weltweit verbreitete und Demonstrationen von Russlanddeutschen vor dem Kanzleramt auslöste.

          Dieser Skandal war freilich nicht nur ein frühes Beispiel von Fake News. Mit den russlanddeutschen Spätaussiedlern rückte auch eine Migrantengruppe ins Bewusstsein, der gemessen an ihrer Zahl – seit 1987 sind 2,3 Millionen eingewandert – wenig Aufmerksamkeit zuteilgeworden ist. Und es rückt die postsowjetische Denkfigur einer „russischen Welt“ (Russki mir) ins Visier, die aus den Russlanddeutschen eine Diaspora macht. Die Leichtigkeit, mit der sich diese deutschen Staatsbürger von einer ausländischen Staatsmacht mobilisieren lassen, war schockierend.

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