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Zukunft der Mobilität : Vom Ideal des steuerbaren Bürgers

Also das Auto noch ein geschützter Raum privater Lebensgestaltung war: der Fiat 500 in Turin Bild: Reuters

Vom Freiheitsvehikel zum Erzieher: Das Auto ändert seinen Charakter. Fahrzeuge überwachen und belohnen neuerdings ihre Fahrer für richtiges Verhalten. Aber wer legt fest, was „richtig“ ist?

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          Der Reiz des Automobils lag seit seiner Erfindung darin, dass es in den meisten Fällen tut, was sein Fahrer will. Während der Zug auf Schienen fährt und von einem Lokführer gesteuert wird, verspricht das Auto, dorthin zu fahren, wohin der Fahrer will, auf einer von ihm spontan bestimmbaren Route. Dieses Freiheitsversprechen machte es – mit allen ökologischen Konsequenzen, die sein durchschlagender Erfolg hatte – zum alles bestimmenden und folgenreichsten Objekt des zwanzigsten Jahrhunderts.

          Niklas Maak
          Redakteur im Feuilleton.

          Das Hochgefühl, das das Auto auslöst, liegt auch daran, dass es, anders als Familienmitglieder und Kollegen, über die Entscheidungen seines Fahrers nicht diskutiert. Kein Auto beklagt, dass sich in seinen Kofferraum kohlenhydratreiche Einkäufe stapeln, kein Auto jammert, dass sein Fahrer es durch energische Tritte aufs Gaspedal zwingt, viel Benzin zu schlucken. Doch jetzt soll sich alles ändern.

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