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Kontroverse um Achille Mbembe : Auch Deutsche unter den Opfern

Der Schriftsteller und Träger des Geschister-Scholl-Preises Achille Mbembe Bild: Picture-Alliance

Intellektuelle aus Afrika sollen in Berlin für Achille Mbembe interveniert haben, siebenhundert an der Zahl. Welche Namen stehen auf der Liste?

          5 Min.

          In der Kontroverse um die Antisemitismusvorwürfe gegen Achille Mbembe, so meldete es die „Süddeutsche Zeitung“ vor einer Woche, „haben 700 afrikanische Intellektuelle, Literaten und Künstler einen Brief an Bundeskanzlerin Angela Merkel und Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier geschrieben“. Gemeint war: unterschrieben. Der Offene Brief ist ein klassisches Instrument des öffentlichen Meinungskampfes. Die kumulierte Autorität der Unterzeichner soll für das Gewicht ihrer Argumente bürgen. Besondere Autorität wird denen zugemessen, die schon einmal etwas von ihnen selbst Geschriebenes veröffentlicht haben und sich daher als Intellektuelle bezeichnen dürfen. Ein Offener Brief verfolgt ein politisches Ziel. In diesem Fall werden der Bundespräsident und die Bundeskanzlerin aufgefordert, Felix Klein, den Beauftragten der Bundesregierung für den Kampf gegen Antisemitismus, aus seinem Amt zu entlassen.

          Patrick Bahners

          Feuilletonkorrespondent in Köln und zuständig für „Geisteswissenschaften“.

          Diese Forderung wurde im Zuge des Streits um Mbembe schon in anderen Texten derselben Gattung erhoben. Bei einem wurde als gemeinsame Eigenschaft der Unterzeichner angegeben, sie seien jüdischer Konfession oder Herkunft. Eine Merkwürdigkeit der jüngsten öffentlichen Eingabe an Kleins Dienstherren ist, dass sie die Gattungsdefinition nicht erfüllt: Dieser sogenannte Offene Brief ist gar nicht offen. Sein Text, der sechs DIN A4-Seiten füllt, wurde zwar im Internet veröffentlicht, aber die Absender stehen nicht mit ihren Namen für ihr Anliegen ein.

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