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Von der Suchmaschine zur Weltmacht : Angst vor Google

  • -Aktualisiert am

Google ist längst eine Weltmacht. Bild: dpa

Warum leistet niemand diesem Monopolisten Widerstand? Google kann machen, was es will: Es bietet die Suchergebnisse an, die ihm selbst nutzen. Seine marktbeherrschende Stellung ist eine Gefahr für die Gesellschaft.

          11 Min.

          Auf Basis seiner starken Suchmaschine ist Google zum einflussreichsten Konzern der Welt geworden. Schon heute dominiert Google in vielen Ländern der Welt wesentliche Bereiche der Wirtschaft, nicht nur im klassischen E-Commerce. Und die Dominanz nimmt mit jedem Jahr weiter zu.

          Das „Betriebssystem unseres Lebens“

          Die meisten Menschen verbinden Google immer noch mit der Suchmaschine. Mit einem Marktanteil von mehr als neunzig Prozent dominiert Google den deutschen Suchmaschinenmarkt. Ähnliche Marktanteile hat Google auch in anderen europäischen Ländern. Doch Google ist heute viel mehr als die Suchmaschine, nämlich unter anderem auch Eigentümer von Android, dem wichtigsten Betriebssystem für Smartphones und Tablets. Im dritten Quartal 2013 liefen mehr als achtzig Prozent der weltweit neu ausgelieferten Smartphones auf Android, Tendenz steigend.

          Doch Android spielt nicht nur auf Smartphones und Tablets eine immer wichtigere Rolle. So soll es bald in Fernsehern, Spielekonsolen, Kameras und Autos laufen. Man hat tatsächlich das Gefühl, dass Google an einer Art „Betriebssystem unseres Lebens“ baut, wie kürzlich die Zeitschrift „Capital“ schrieb. Dazu gehört Google Youtube, die größte Videoplattform (und gleichzeitig die zweitgrößte Suchmaschine) der Welt, der Browser „Chrome“, der in nur fünf Jahren die stärkste Stellung im weltweiten Browser-Segment eingenommen hat, sowie der weltweit am meisten genutzte E-Mail-Dienst „Gmail“.

          Ein kleiner, grüner Roboter erobert das Netz
          Ein kleiner, grüner Roboter erobert das Netz : Bild: dpa

          Damit ist Google Marktführer bei Suchmaschinen, mobilen Betriebssystemen, Browsern, Online-Videos und E-Mail-Diensten. Dies führt zu einer unglaublichen Machtfülle, die von vielen Verbrauchern und Politikern unterschätzt wird.

          Gesellschaftliche Rolle der IT-Konzerne

          Ich bin kein pauschaler Kritiker der digitalen Entwicklung. Beruflich und privat nutze ich Notebook, Tablet und Smartphone sowie Gmail, Facebook und Twitter. Ich verdiene mein Geld im Internet. Ich bin mit digitalen Technologien aufgewachsen und freue mich über viele Vorteile, die neue Technologien (Suchmaschinen und soziale Netzwerke) sowie das Sammeln und Auswerten von Daten (personalisierte Werbung und Nutzung regionaler Dienste) mit sich bringen.

          Und ich habe Respekt vor Google. Ich mag Googles Einstellung, das Unmögliche zu denken und erreichen zu wollen. Dadurch revolutioniert Google auch klassische Industrien. Doch Google überdreht das Rad: Mich beunruhigt die wirtschaftliche und gesellschaftliche Rolle, die große IT-Konzerne mittlerweile in unserem Leben spielen. Aus Respekt wird langsam Furcht. Der Skeptiker Evgeny Morozov sagte kürzlich: „Ich bin kein Technikkritiker. Ich kritisiere die Monopolisierung von Macht durch Technik – und unseren naiven Umgang damit.“ Dem schließe ich mich an.

          Google verletzt seine eigenen Grundsätze

          Google stellt sich gern als die Inkarnation des Guten dar. Auf Googles Unternehmens-Website findet man zehn Firmengrundsätze, darunter: „Der Nutzer steht an erster Stelle, alles Weitere folgt von selbst“ und „Geld verdienen, ohne jemandem damit zu schaden“. Doch tatsächlich stehen Googles Verhaltensweisen oft im krassen Gegensatz zu diesen Grundsätzen.

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