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Nach 13 Tagen Polizeigewahrsam : Festgenommener „Welt“-Korrespondent Yücel beim Staatsanwalt

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Mitgliedschaft in einer Terrororganisation, Terrorpropaganda und Datenmissbrauch: „Welt“-Korrespondent Deniz Yücel sieht sich in der Türkei schwerwiegenden Vorwürfen ausgesetzt. Bild: dpa

Vierzehn Tage lang können Verdächtige in der Türkei im Ausnahmezustand in Polizeigewahrsam gehalten werden. Vor 13 Tagen wurde Deniz Yücel festgenommen. Jetzt wurde er einem Staatsanwalt vorgeführt.

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          Nach 13 Tagen Polizeigewahrsam in Istanbul ist der „Welt“-Korrespondent Deniz Yücel dem Staatsanwalt vorgeführt worden. Der Staatsanwalt entscheide nach Yücels Vernehmung, ob er den Journalisten aus dem Gewahrsam entlasse oder ob er Untersuchungshaft beim Haftrichter beantrage, sagte Yücels Anwalt Ferat Cagil an diesem Montag in Istanbul. Yücel besitzt sowohl die deutsche als auch die türkische Staatsbürgerschaft und befindet sich seit dem 14. Februar im Istanbuler Polizeipräsidium in Gewahrsam.

          Nach Angaben der Polizei wird gegen Yücel wegen Mitgliedschaft in einer Terrororganisation, Terrorpropaganda und Datenmissbrauchs ermittelt. Unter dem derzeit geltenden Ausnahmezustand in der Türkei können Verdächtige bis zu 14 Tage in Gewahrsam gehalten werden. Demnach muss der 43 Jahre alte Journalist spätestens an diesem Dienstag einem Haftrichter vorgeführt oder freigelassen werden.

          Der Grünen-Abgeordnete Özcan Mutlu sagte zu Yücels Vorführung beim Staatsanwalt: „Das war längst überfällig.“ Mutlu forderte die sofortige Freilassung Yücels und aller anderen Journalisten in der Türkei, die im Gefängnis sitzen. Der Abgeordnete war in der vergangenen Woche in Istanbul gewesen, um Yücel zu besuchen. Die Behörden hatten ihm aber keine Genehmigung dafür erteilt.

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