https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/web3-wie-krypto-projekte-die-politik-ersetzen-wollen-17698822.html

Der Populismus des Web3 : Die alten Versprechen des neuen Internets

  • -Aktualisiert am

Sieht so die Demokratisierung des Marktes aus? Besucherinnen in Hong Kong vor der Installation „Machine Hallucinations – Space: Metaverse“ des Medienkünstlers Refik Anadol, die im Herbst als NFT versteigert wurde Bild: Reuters

Nach dem Web 2.0 soll jetzt das Web3 die Ökonomie demokratisieren und Macht dezentralisieren. Doch die Krypto-Projekte wären das Ende der Politik. Ein Gastbeitrag.

          7 Min.

          Als neuer Bundeskanzler muss sich Olaf Scholz mit seinem eigenen „Neuland“ auseinandersetzen, wie eine überforderte Angela Merkel einst das Internet nannte. Nur sieht das digitale Terrain heute viel zerklüfteter und gefährlicher aus. Merkel tolerierte die Spielereien von Mark Zuckerberg und die Arroganz von Eric Schmidt. Aber die früheren Probleme der digitalen Gesellschaft – etwas Überwachung hier, etwas Verhaltensmanipulation da – waren zumindest vorhersehbar. Angesichts der Konvergenz von Technologie, Finanzen und Energie – jener höchst explosiven Kombination, die auch unter dem Kürzel „Krypto“ bekannt ist – steht Scholz nun vor einer weitaus schwierigeren Aufgabe, vor einer Komplexität ganz anderen Ausmaßes. Weder die deutsche noch die europäische Politik ist darauf vorbereitet.

          Die genaue politische Couleur des neuen Terrains ist noch nicht bekannt, aber seine populistische Ausrichtung unübersehbar. Und während Merkel sich nur damit beschäftigen musste, dass Yanis Varoufakis, der umstrittene griechische Finanzminister, auf dem Höhepunkt der Eurokrise mit der Idee seiner eigenen digitalen Währung herumspielte, könnten die Probleme, mit denen sich Scholz und andere europäische Staats- und Regierungschefs bald herumschlagen müssen, von überallher kommen.

          Testen Sie unser Angebot.
          Jetzt weiterlesen.
          Testen Sie unsere Angebote.
          F.A.Z. PLUS:

            FAZ.NET komplett

          Diese und viele weitere Artikel lesen Sie mit F+
          Blick vom Istanbuler Stadtteil Bebek aus auf den Bosporus

          Wegen Erdogan : Junge Türken wollen weg

          Junge Türken kennen nur noch die AKP als Regierungspartei. Viele Jugendliche und junge Erwachsene sind unzufrieden. Sie wollen eine andere, demokratische Türkei.
          Marty Flanagan, 61, ist Vorstandsvorsitzender der US-Fondsgesellschaft Invesco. Sie  legt  für ihre Kunden 1,5 Billionen Dollar an.

          Fehler bei der Anlage : „Das vernichtet Ihr Vermögen“

          Marty Flanagan, Chef der Fondsgesellschaft Invesco, spricht im Interview über die Turbulenzen an der Börse, ärgerliche Anlagefehler und die Schwächen von ETF.
          Bildungsmarkt
          Alles rund um das Thema Bildung
          Sprachkurs
          Verbessern Sie Ihr Englisch
          Sprachkurs
          Lernen Sie Französisch