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Wegbereiterin von Donald Trump : Pippi Langstrumpf ist schuld!

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Sie verschreckt die Welt, wenn es ihr gefällt: Pippi Langstrumpf (Inger Nilsson) in der Fernsehserie aus dem Jahr 1969. Bild: picture-alliance / KPA

Ein schwedisches Mädchen mit sehr viel Geld und sehr schlechten Manieren: Pippi taugt nicht zum Vorbild. Und in ihrem Nachnamen verbirgt sich bereits der des aktuellen amerikanischen Präsidenten.

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          Im Lauf der letzten 250 Jahre hat der Westen fast alle seine Säulenheiligen zu Fall gebracht. Aus Wüstenvätern wurden halluzinierende Sonderlinge. Aus Feldherren wurden Kriegsverbrecher. Aus Müttern wurden Mythen. Aus selbstlosen Äbtissinnen wurden verbiesterte alte Frauen und aus tapferen Tunnelbohrern verbohrte alte Männer. Nur eine Heilige steht weiterhin fest auf ihrer Säule, und niemand wagt es, an ihr zu rütteln: Pippi Langstrumpf.

          Pippi ist unsere unantastbare Verkörperung des Guten, unsere edle Wilde, das reformpädagogische Postergirl, der Anti-Stalin der Kinderliteratur, die westliche Symbolfigur von Freiheit, Unangepasstheit, Eigensinn, Rebellion. Doch etwas an dieser Geschichte stinkt gewaltig. Hat sich denn niemand ernsthaft mit den Bedingungen der Möglichkeit für Pippis Freiheit auseinandergesetzt? Im Folgenden gilt es, kräftig an Pippis Säule zu rütteln und auf dem verpönten Boden der Tatsachen der Wahrheit ins Gesicht zu blicken: Pippi ist keine Ikone des freiheitlichen Nonkonformismus. Sie ist die Wegbereiterin von Donald J. Trump.

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