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Raubkunst der Kolonialzeit : Restitution ist nicht genug

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Gibt es auch nur ein einziges westliches Museum, dessen Grund nicht auf afrikanischen Knochen ruht? Der Politikwissenschaftler Achille Mbembe sagt: Europa muss sich zu seiner Wahrheitsschuld bekennen. Und die ist unauslöschlich.

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          Ob afrikanische Artefakte in westlichen Museen an ihre legitimen Eigentümer zu restituieren sind oder nicht, ist heute eine brisante Frage. Nur sehr wenige setzen sich jedoch mit den ursprünglichen Rechtfertigungen dafür auseinander, dass diese Objekte nach Europa gewandert sind. Umso zahlreicher sind diejenigen, die weder wissen, welchen realen ästhetischen Wert sie besitzen, noch, was sie im europäischen Bewusstsein bezeichnet haben. Unter diesen Voraussetzungen müssen wir noch einmal auf das Wesentliche zurückkommen: Was genau will man loswerden und warum? Welche Spuren werden diese Gegenstände im Westen hinterlassen, nachdem sie restituiert sind? Ist die Arbeit abgeschlossen, die sie in der Geschichte des europäischen Bewusstseins leisten sollten? Hat Europa endlich einen Umgang mit Dingen oder auch Menschen gefunden, die von außerhalb, sogar von weither kommen?

          Halten wir kurz in den ersten Jahren des zwanzigsten Jahrhunderts inne, als der Westen begann, diese Artefakte wiederzuentdecken, nachdem er sie lange geringgeschätzt hatte, und ihre figürlichen und rein formalen Eigenschaften wahrzunehmen, das Gefühl der Tiefgründigkeit, das sie weckten, oder ihre Art, Raum hervorzubringen, ihre Fähigkeit, das Bild affektiv aufzuladen. Diese Gegenstände, dachte man, befreien die Skulptur nicht nur von jeder perspektivischen Festlegung, sondern auch von jeglicher Bildhaftigkeit. Die entstehende Ethnographie ihrerseits versuchte, sie in ihrem Entstehungskontext zu verankern, um ihre sozialen Bedeutungen zu enthüllen.

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