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Entsetzen über Fahrverbote : Hier stehen Staus unter Artenschutz

  • -Aktualisiert am

Stau wohin man blickt: Die A3 bei Düsseldorf Anfang November. Bild: dpa

Schon leichte Einschränkungen des Autoverkehrs werden hierzulande wie Menschenrechtsverletzungen betrachtet. Aber was soll an Fahrverboten eigentlich so schlimm sein?

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          Deutschland ist nicht mehr zu retten. Die Halsstarrigkeit, mit der hier am Auto festgehalten und die Industrie gepampert wird, stellt einfachste Tatsachen immer grotesker auf den Kopf und nimmt, weil die Gesundheit der Bevölkerung als etwas Nachrangiges betrachtet wird, mittlerweile kriminelle Züge an. Neuestes Indiz für die Verblendung ist das Erstaunen, mit der auf das nun zunächst einmal bloß angekündigte, aber noch lange nicht in Kraft tretende Fahrverbot in Essen und in Gelsenkirchen, das auch einen Abschnitt der A40 betrifft, allenthalben reagiert wird: Was, nun soll es auch noch eine vielbefahrene Autobahn treffen?

          Edo Reents
          Redakteur im Feuilleton.

          Eine Industrieromantik, mit der eine Staufalle zur „Lebensader“ des Ruhrgebiets hochgelogen wird, mag man sich noch gefallen lassen, auch wenn die Berichte über die NRW-spezifischen Verkehrsinfarkte dadurch nicht weniger werden. Warum aber Gerichtsentscheidungen alarmistische Schlagzeilen produzieren, als schlüge es nun endgültig dreizehn oder als stünde der Russe vor der Tür, ist genauso wenig zu begreifen wie die Deutschland als wahrhaft rückständig ausweisende Aversion gegen ein Tempolimit auf der Autobahn, mit dem sich Abgase wie Staus verringern ließen.

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