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Kulturpolitik in Deutschland : Sollen wir alle so sein, wie das Bauhaus mal war?

Ist das historische Bauhaus vor allem ein Exponat? Dann benutzt man es am besten gar nicht mehr, vor allem nicht für Rockkonzerte. Bild: Picture-Alliance

Die Kulturpolitik will das Bauhaus als Idealbild des guten Deutschlands verkaufen. Der Auftakt zum Jubiläum ist vermasselt – und der Streit, wofür die Kunstschule stehen soll, verrät, was mit Deutschland gerade passiert.

          9 Min.

          Es ist jetzt eine etwas seltsame Situation eingetreten. Zwei Monate vor Beginn der Feiern zum 100. Jubiläum des Bauhauses kann man das Wort „Bauhaus“ im Internet nicht mehr suchen, ohne dass automatisch die etwas unappetitlichen Worte „Feine Sahne Fischfilet“ erscheinen, ganz so, als wären die weißen Kisten in Dessau nur Teil einer Kühlkette, die dazu dient, Fischkonserven aus Rostock frisch zu halten. Gleichzeitig geht ein Hagel der Empörung auf die Bauhaus-Leitung nieder. Dabei hatte man sich alles so schön vorgestellt. So harmonisch.

          Niklas Maak

          Redakteur im Feuilleton.

          Ab dem 16. Januar 2019 soll in Deutschland das Bauhaus-Jahr gefeiert werden, im April eröffnet der Neubau des Bauhaus-Museums in Weimar, die Ankündigungstexte und die Kulturbürokratie hatten sich schon die Krawatten umgebunden und einen feierlichen Blick aufgesetzt. Man wolle das Jubiläum „in bester Bauhaus-Tradition“ feiern, heißt es auf der Website: „experimentell, vielgestaltig, transnational und radikal zeitgemäß“, mit „Tanz und Film, Virtual Reality und Immersive Art“, das Verhältnis zwischen Mensch und Maschine soll „tänzerisch erkundet“ werden, wofür man „immersiv in virtuelle Bühnenwelten eintauchen“ soll. Sehr oft ist von „Immersion“ die Rede, ein Begriff, der mit „Eintauchen“, aber auch mit „Selbstversenkung“ übersetzt werden kann.

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