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Die Queen ist das Oberhaupt der anglikanischen Kirche. Hier verlässt sie nach dem Weihnachtsgottesdienst St. Maria Magdalena in Sandringham. Bild: dpa

Anglikaner und der Brexit : Gott statt Europa

  • -Aktualisiert am

In den Brexit-Wirren spielt die anglikanische Nationalkirche eine entscheidende Rolle: Linke wie rechte Brexiteers argumentieren nationaltheologisch gegen die EU. Ein Gastbeitrag.

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          „Britannien braucht das Evangelium Christi, nicht die Europäische Union. Unsere britische Nation ist gottgegeben über viele Jahrhunderte. Sie ist nicht dazu da, um von Politikern verhandelt zu werden. Gott gewährt die Sicherheit und den Wohlstand einer Nation. Britannien muss IHN ehren und darf sich nicht an die Europäische Union klammern.“

          Mit dieser Entgegensetzung von Christentum und Europäischer Union positionierten sich kürzlich Brexit-Aktivisten vor dem britischen Unterhaus, um für einen definitiven Austritt einzutreten. Auch wenn die markigen Worte gewiss nicht dem Kurs der anglikanischen Kirchenleitung entsprechen, repräsentieren sie durchaus die Haltung vieler Mitglieder der Staatskirche. Vor allem unter kirchenfernen Anglikanern dominierte wie in keiner anderen gesellschaftlichen Gruppierung der Austrittswunsch: 69 Prozent stimmten für den Austritt, lediglich 31 Prozent für den Verbleib. Unter kirchennahen Mitgliedern war das Stimmverhalten zwar weniger EU-skeptisch (55 zu 45 Prozent für Brexit), gleichwohl zeigt sich auch hier eine im Vergleich zum Gesamtergebnis stärkere Brexit-Affinität.

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