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Debatte um „Dekolonisierung“ : Weiße Reformer erwünscht

  • -Aktualisiert am

Sind antike Stätten wie der Athener Parthenon Symbole für weiße Vorherrschaft? Manche benutzen sie als solche. Bild: Reuters

Wieso ist es nötig, die Wissenschaften vom Altertum zu „dekolonisieren“? Weil die Frustration über Wissenschaftspraktiken das Misstrauen der nichtweißen Bevölkerung gegenüber dem politischen System verstärkt.

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          Die Beschäftigung mit der Antike ist in den Vereinigten Staaten eng mit der Geschichte des Rassismus verknüpft. Nicht nur wurde die Sklaverei mit antiken Autoritäten begründet, sondern die Idee einer weißen Antike, einer überlegenen Western civilisation, versinnbildlicht durch den weißen Marmor der antiken Statuen und Bauwerke (die in der Antike tatsächlich oft bunt waren), wird seit der Aufklärung und dem Kolonialismus als Vehikel der Unterdrückung genutzt.

          Bis heute nutzt die extreme Rechte antike Symbole (wie den „weißen“ Athener Parthenon) aktiv zur Propaganda der white supremacy. Die Wissenschaft hat zweifellos ihren Beitrag zu dieser Ideologie geliefert. Entsprechend aufgeladen ist die gegenwärtige Diskussion über die Forderung, die Classics, also die Altertumswissenschaften, als Studienfach und Forschungsgebiet zu „dekolonisieren“, das heißt der historischen und gegenwärtigen Marginalisierung von people of color entgegenzuwirken.

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