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Friedrich Engels über Bauern : Schluss mit der Großgrundherrlichkeit

  • -Aktualisiert am

Bauern aus dem Münsterland sind am Samstag mit ihren Traktoren nach Telgte gefahren, um gegen die Agrarpolitik der Bundesregierung zu protestieren. Bild: dpa

Die Bauernfrage stellt sich immer wieder: Friedrich Engels kennt Antworten. Selbst manche seiner mehr als 125 Jahre alten Empfehlungen finden heute auf verschlungenen Pfaden ihren Weg in die Realität. Ein Gastbeitrag.

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          Von Friedrich Engels werden in diesem Jubiläumsjahr zwei Werke wahrscheinlich weniger im Zentrum der Aufmerksamkeit stehen: „Die Dialektik der Natur“ und „Die Bauernfrage“. Dabei geben sie gerade für gegenwärtige Herausforderungen einiges her, für die Klimakrise ebenso wie für die Krise der Landnutzung und der biologischen Vielfalt. In der „Dialektik“, die am Stück erst 1925 in Moskau erschien, sind verschiedene Texte von Engels versammelt, die zwischen 1878 und 1883 verfasst wurden. Die wichtigste und am häufigsten zitierte Passage des Werkes bezieht sich auf das Verhältnis von Mensch und Natur und dessen unbeabsichtigten Nebenfolgen: „Wir beherrschen die Natur nicht, sondern wir gehören ihr an, stehen in ihr. Unser Vorzug als Menschen ist nur, dass wir ihre Gesetze erkennen und richtig anwenden können. Schmeicheln wir uns indes nicht so sehr mit unseren menschlichen Siegen über die Natur. Für jeden solchen Sieg rächt sie sich an uns. Wir werden mit jedem Schritt daran erinnert, dass wir keineswegs die Natur beherrschen, wie ein Eroberer ein fremdes Volk beherrscht, wie jemand, der außerhalb der Natur steht.“

          Die Kritik des Stoffwechsels zwischen Gesellschaft und Natur korrespondierte bei Engels zwar nicht mit einer grundsätzlichen Kritik an Produktivkraftentwicklung, wissenschaftlich-technischem Fortschritt oder Wirtschaftswachstum, sondern diente eher dazu, das aus seiner Sicht prinzipiell antagonistische Verhältnis von Technikentwicklung und Menschheitsinteressen im Kapitalismus aufzuzeigen. Seine Argumentation fußt auf drei Einsichten: Erstens, der Mensch steht nicht außerhalb der Natur, sondern ist ein Teil von ihr. Die Natur ist nicht seine Umwelt, sondern seine Mitwelt und sein Fundament. Am Ast, auf dem man sitzt, zu sägen ist keine gute Idee. Zweitens, der Mensch sollte der Natur nicht als Eroberer begegnen, sondern als guter Treuhänder, der durch Schenkung Erworbenes („Gratisleistungen der Natur“) gleich gut oder verbessert an nachfolgende Generationen weitergibt. Drittens, der Mensch greift in die Natur ein. Er muss sie bebauen, um seine eigene Existenz zu sichern. Aber er sollte sie aus Eigeninteresse auch bewahren und deshalb die Wirkungen seines Handelns bedenken, sei es im Nahraum oder in der Ferne. Gerade unumkehrbare Folgen sollte er zu vermeiden trachten und potentielle „Kipppunkte“ im Auge behalten.

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