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Städtebau : Wie wollen wir wohnen?

Blick auf die Wohnhäuser im Dresdner Neubaugebiet Gorbitz Bild: dpa

Die neue Regierung muss sich um Architektur und Städtebau kümmern. Ein Bauministerium würde dabei helfen – aber nicht als Anhängsel wie bisher.

          5 Min.

          Es ist nicht so, dass sich bisher niemand in der Regierung um das Bauen kümmerte. Es gibt ein Bauressort mit weit über tausend Mitarbeitern – aber dieses Bauressort wurde bisher an andere Ministerien angehängt wie ein ungeliebter Koffer, der auch noch mit auf den Dachgepäckträger geschnallt werden muss. Seit 1998 hing das Bauen beim Verkehrsminister, als sei das Bauen eine Nebensache, die irgendwo zwischen den Autobahndreiecken passierte; zuletzt wurde das Ressort an Horst Seehofers Superministerium des Inneren angedockt. Was die Anzahl seiner prägenden Auftritte und Grundsatzreden bei Gebäude-Einweihungen oder Architekturbiennalen betrifft, kann man sagen, dass er eine solide schwarze Null erreichte. Es ist bizarr, dass der Bereich, der den Alltag der Bürger am meisten berührt, nicht in einem eigenen Ministerium abgebildet wird.

          Niklas Maak
          Redakteur im Feuilleton.

          Dabei sollte sich herumgesprochen haben, dass beim Bauen schon angesichts des Klimawandels Handlungsbedarf besteht. Allein die Zementproduktion ist für sieben Prozent der weltweiten CO2-Emissionen verantwortlich. Wäre die Zementherstellung ein Land, dann käme es in der Liste der größten Kohlenstoffdioxid-Emittenten an dritter Stelle hinter China und den Vereinigten Staaten. Nichts, nicht der Autoverkehr und nicht das Fliegen, hat solche Auswirkungen auf den Klimawandel wie Bau und Betrieb von Häusern; berücksichtigt man Abriss und Neubau mit, ist das Bauen für über die Hälfte aller schädlichen Klimagase verantwortlich – und darin sind noch nicht die Abgase eingerechnet, die Millionen Vorstadt-Pendler auf ihrer Fahrt zur Arbeit herauspusten.

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