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Glaubenskrise : Der Gott der Klimaschützer

  • -Aktualisiert am

Die Reihen lichten sich: Helfen Strukturreformen gegen die sinkenden Mitgliederzahlen der Kirchen? Bild: dpa

Wenn die Gottesrede in moralische Appelle mündet: Die evangelische Kirche diagnostiziert eine tiefe Glaubenskrise und antwortet darauf mit einer Musterschüler-Theologie. Ein Gastbeitrag.

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          Wir leben in glaubensarmer Zeit. Der Soziologe Rudolf Stichweh prophezeit, das System der Religion könne sich als eigentlicher Verlierer der Corona-Krise erweisen, weil religiöse Deutungsmuster von allgemeiner Überzeugungskraft fehlten. Der Glaube an das Paradies und an das ewige Leben ist durch die Hoffnung auf das irdische Leben als letzte Gelegenheit abgelöst worden.

          Dramatisch sinkende Mitgliederzahlen und Einbrüche bei den Kirchensteuern zeigen, dass bei den schrumpfenden Volkskirchen Feuer am Dach ist. Darauf versuchen sie einmal mehr mit Strukturreformen zu reagieren. Vor drei Jahren schon hat die Evangelische Kirche in Deutschland ein hochkarätiges „Zukunftsteam“ eingesetzt. Anfang Juni hat es seine Ergebnisse präsentiert, die auf der kommenden EKD-Synode im November beraten werden sollen. Das Papier macht einen unfertigen Eindruck. Viele Aussagen und Vorschläge, die in den elf „Leitsätzen für eine aufgeschlossene Kirche“ stehen, bleiben im Ungefähren. Leider gilt das auch in theologischer Hinsicht. Dabei sehen die Autoren klar: „Die Krise der Akzeptanz von Kirche und ihrer Botschaft geht einher mit einer tiefer liegenden Glaubenskrise.“

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