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Parteinahe Stiftung der AfD : Für sie müsste Stresemann ein Volksverräter sein

  • -Aktualisiert am

Gustav Stresemann, 1878 bis 1929, Reichskanzler, später Reichsaußenminister Bild: akg

Beim AfD-Parteitag steht auch eine parteinahe Stiftung auf der Tagesordnung. Sie könnte den Namen Gustav Stresemanns tragen. Warum die Wahl unpassend wäre. Ein Gastbeitrag.

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          Es ist natürlich gut nachvollziehbar, dass die AfD auch gerne eine parteinahe politische Stiftung haben möchte. Wenn die Wahlergebnisse stabil bleiben, verspricht das jährliche Millioneneinkünfte, zusätzliches Personal, politische „Bildung“, Veranstaltungen, Stipendien, Auftritte: kurz ein mächtiges Instrument, um aus der kulturpolitischen Schmuddelecke herauszukommen. Das Interesse ist sogar so groß, dass man sich parteiintern massiv darüber gestritten hat, welcher Namenspatron besser zur AfD passe: Erasmus von Rotterdam oder Gustav Stresemann. Wäre da nur nicht die dritte Fraktion in der Partei, die es ernst meint mit der programmatisch verkündeten Fundamentalkritik: dass man nämlich die parteinahen Stiftungen überhaupt ganz abschaffen solle, da sie eine politisch-propagandistische Fehlallokation von Steuergeldern darstellten.

          Indes scheint man sich in der AfD vor dem an diesem Wochenende in Augsburg stattfindenden Parteitag geeinigt zu haben. Die parteinahe Stiftung soll zunächst die Desiderius-Erasmus-Stiftung werden. Als solche soll sie aber darauf hinarbeiten, die rechtlichen Hindernisse baldmöglichst beiseitezuräumen, die einer Umbenennung zur Gustav-Stresemann-Stiftung im Wege stehen.

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