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Aus Nebukadnezars Zeiten: der Löwe, ein Symboltier Babylons, über den Ruinen der Stadt und einem menschlichen Opfer Bild: ddp/imageBROKER/FB-Fischer

Unesco-Nominierung Babylons : Endlich Weltkulturerbe

  • -Aktualisiert am

Die Unesco erweitert ihre Kulturerbeliste und nimmt unter anderem Babylon auf. Die Stadt war schon im Altertum eine Sensation – und wurde dennoch mehrfach abgewiesen. Warum eigentlich? Ein Gastbeitrag.

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          Das Welterbekomitee der Unesco, das die begehrten Nominierungen von besonderen Kulturstätten und Naturbereichen als Welterbe vergibt, tagt dieses Jahr in Baku. Die Republik Irak hat den archäologischen Ort Babylon in das Rennen geschickt – nicht zum ersten Mal, diesmal aber zum ersten Mal mit Erfolg.

          Babylon – der Name weckt viele Assoziationen, die nicht unbedingt nur mit Archäologie verbunden sind. Selbstverständlich ist Babylon einer der wichtigsten Ausgrabungsorte des Iraks. Er wird seit 1899 wissenschaftlich untersucht - zunächst von Robert Koldewey im Auftrag der Deutschen Orient-Gesellschaft, dann vom Deutschen Archäologischen Institut, später von italienischen und vor allem irakischen Wissenschaftlern. Der Ort spielt aber im kollektiven Gedächtnis der Welt eine ebenso große Rolle: als Ort des in der Bibel, im Koran und im Talmud beschriebenen jüdischen Exils, als Ort des Turms zu Babel und als Ort der „Hure Babylon“, wie sie frühe Christen als Chiffre für die Schlechtigkeit ihrer Zeit bezeichneten – auch wenn sie damit eher Rom meinten. Alle Sparten der Wissenschaft, Religion und Kunst haben sich seither an Babylon vielfältig gerieben und tun es bis heute. Die Stadt war als realpolitische Schaltzentrale jedoch bereits im Alten Orient internationaler Bezugspunkt und Ort mythischer Strahlkraft. Nicht umsonst werden die Hängenden Gärten der Semiramis, eines der sieben Weltwunder der Antike, bereits im Altertum dort verortet.

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