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Vorwürfe gegen Festspielchef : MeToo-Affäre in Tirol

  • -Aktualisiert am

Das Festspielhaus in Erl bei Kufstein. Bild: dpa

Fünf Künstlerinnen beschuldigen den Gründer der Tiroler Festspiele Erl, Gustav Kuhn, des Missbrauchs. In der regionalen Musikszene ist das Thema nicht neu.

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          Die Vorwürfe gegen den Gründer und künstlerischen Leiter der Tiroler Festspiele Erl, Gustav Kuhn, wiegen schwer: „Machtmissbrauch und sexuelle Übergriffe“, „ungehemmte Aggression“, „massive seelische Gewalt in Form von Mobbing, öffentlicher Bloßstellung, Demütigung und Schikane“. In einem offenen Brief schreiben fünf Künstlerinnen von „unerwünschtem Küssen auf den Mund oder auf die Brust, Begrapschen unter dem Pullover, Griff zwischen die Beine etc., von obszöner verbaler Anmache ganz zu schweigen.“

          Die Vorwürfe waren in der regionalen Musikszene seit einiger Zeit bekannt, publik wurden sie vor einem halben Jahr. Der Tiroler Bergbauer und Publizist Markus Wilhelm, der schon mehrere Skandale in Tirol aufgedeckt hat, veröffentlichte anonyme Anschuldigungen auf seinem Blog. Festspielpräsident Hans Peter Haselsteiner reagierte prompt. Er sprach von einer „Schweinerei erster Ordnung“, meinte damit aber nicht die mutmaßliche sexuelle Belästigung, sondern die Veröffentlichung der Anschuldigungen durch den Blogger. Haselsteiner bezeichnete sich selbst und den beschuldigten Kuhn als „Opfer einer Verleumdungskampagne“. Kuhns Anwalt, der ehemalige österreichische Justizminister Michael Krüger, sprach von einer „Menschenjagd“.

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