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Vor der Bischofskonferenz : Wider den Größenwahn

Die Missbrauchsstudie bringt die Bischöfe in Erklärungsnot Bild: dpa

Mit Fakten irreführen: Statistiken über sexuellen Missbrauch in der katholischen Kirche verschleiern die persönlichen Verantwortlichkeiten. Die Missbrauchsstudie der Bischofskonferenz hat einen Makel.

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          Kann die Kirche sich selbst aufklären? Wohl kaum, meint Klaus Mertes, der als Leiter des Berliner Canisius-Kollegs 2010 die Missbrauchsfälle an seiner Schule öffentlich gemacht hatte, seitdem ein Vorkämpfer für die Aufklärung kirchlichen Machtmissbrauchs durch sexualisierte Gewalt auch in Deutschland. Und mit diesem seinem „wohl kaum“ ruft Mertes eigentlich nur eine Selbstverständlichkeit in Erinnerung, nämlich den Unbefangenheitsgrundsatz im Blick auf mögliche Interessenkonflikte: Niemand sei Richter in eigener Sache.

          Christian Geyer-Hindemith

          Redakteur im Feuilleton.

          Genau diesen Grundsatz scheint nun aber die Deutsche Bischofskonferenz mit „ihrer“ Studie über sexuellen Missbrauch in der katholischen Kirche zu verletzen, welche am Dienstag von Reinhard Kardinal Marx („Ich bin erschüttert und beschämt“) vorgestellt werden soll. „Das Problem ist und bleibt, dass die Kirche selbst der Auftraggeber ist, und damit stellt sich eine Glaubwürdigkeitsfrage“, erklärt Mertes dazu im „Deutschlandfunk“. Die sich empfehlende Alternative zu der bischöflichen Studie sei eine Untersuchung, „die nicht im Auftrag der Bischofskonferenz gemacht worden ist, wie dies in Pennsylvania oder in Irland oder in Australien der Fall war“. Es müsse eine Struktur der Gewaltenteilung gefunden werden, „in der eine Kommission aus eigener Vollmacht Einblick in die Akten verlangen und diesen Einblick auch durchsetzen kann und dann selbst auch die volle Verantwortung für die Veröffentlichung übernimmt“.

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