https://www.faz.net/-gqz-a8xns

Was will Volt? : Fahrradfahren wie in Kopenhagen

Entschlossen in eine paneuropäische Zukunft: Mitglieder und Sympathisanten demonstrieren in Amsterdam (2018) Bild: dpa

Sie haben große Pläne für Europa nach der Krise. Doch wer sind diese Leute, und braucht es dafür eine Partei?

          6 Min.

          Zwischen blassen Gesichtern und Versprechen violette Wahlplakate. „Fahrradfahren wie in Kopenhagen“, steht da nahe der Ringstraße, deren Ampeln wie durch ein Wunder immer grün sind – für Autofahrer. „Digitale Verwaltung wie in Estland“ heißt es unweit eines Bürgeramts, in dem Termine für die immer noch analoge Anmeldung einer Wohnung rar sind. Lila Schrift, keine Köpfe, keine Namen, nur der Hinweis, was Volt wählbar mache. Verstehe sie wirklich nicht, sagt Eileen O’Sullivan, die an einer Ampel wartet: Ihren irischen Pass kann sie online beantragen. Über tausend Kilometer entfernt. Das gehe schneller als in Frankfurt.

          Elena Witzeck

          Redakteurin im Feuilleton.

          Dreiundneunzig Sitze hat das Frankfurter Stadtparlament. Im März wird gewählt. Die Liste der Parteien ist in diesem Jahr bemerkenswert lang, die der Bewerber auch, über 1100 sind es. O’Sullivan ist eine von ihnen, Spitzenkandidatin für Volt. Sie hat soeben festgestellt, dass sie mit dem zur vorübergehenden Betreuung im Stadtteil Bornheim aufgenommenen Hund ihrer Eltern nicht in den Park darf. Also eine Runde um den Block. Wenn jemand behauptet, neue Parteien zersplitterten auf gefährliche Weise das politische System, müsse man sich doch bloß die Niederlande ansehen, sagt O’Sullivan. Da sitze sogar die Tierschutzpartei im Parlament. Nur ein Beispiel, natürlich. Ist doch gut, sich differenziert entscheiden zu können, oder?

          Testen Sie unsere Angebote.
          Jetzt weiterlesen.

          Testen Sie unsere Angebote.
          F.A.Z. PLUS:

            FAZ.NET komplett

          F.A.Z. PLUS:

            Sonntagszeitung plus

          F.A.Z. PLUS:

            F.A.Z. digital

          Diese und viele weitere Artikel lesen Sie mit F+

          Ein Frachtschiff unter maltesischer Flagge krachte vor drei Jahren in eine Gebäudefront am Ufer der vielbefahrenen Wasserstraße des Bosporus.

          Kanal zum Schwarzen Meer : Erdogans doppelter Bosporus

          Der türkische Präsident Erdogan drückt beim Bau eines neuen Kanals zum Schwarzen Meer aufs Tempo. Aber nicht nur Admirale, auch Umweltschützer sind alarmiert.

          Protektionismus der 1930er : „Ein bösartiges Produkt von Dummheit und Gier“

          Trumps Handelspolitik weckt Erinnerungen an die Weltwirtschaftskrise und den Protektionismus der dreißiger Jahre. Damals löste Herbert Hoover mit einem höchst umstrittenen Zollgesetz fatale Gegenreaktionen aus. Heute jedoch ist unser Wohlstand nicht von Amerika bedroht. Ein Gastbeitrag.