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Vizekanzler gegen Vereine : Wer rettet den e.V.?

Hört sich gut an, aber dient es auch der Allgemeinheit? Bild: Picture-Alliance

Frauen- und Männervereine sorgen sich um ihre Gemeinnützigkeit. Olaf Scholz will Gender zum Superkriterium machen. Jetzt bekommt er widerborstigen Kantönligeist zu spüren.

          3 Min.

          Auf seine Ankündigung, das Gemeinnützigkeitsrecht zulasten des vereinsmäßig gebundenen Ehrenamtes ändern zu wollen, bekommt der Vizekanzler im ganzen Land eine schier bergbauernartige Widerborstigkeit zu spüren. Mit so viel störrischem „Kantönligeist“ (Herbert Lüthy) hatte Olaf Scholz nicht gerechnet. Wie wir das Ehrenamt in unseren Vereinen ausüben, so lautet der Schwur, ob ein-, zwei-, drei- oder vielgeschlechtlich, das entscheiden wir allemal selbst entlang unserer Freiheit im Plural, da soll sich niemand aus dem Bund mit einem Freiheitsdiktat im Singular einmischen. Unser Vereinsnutzen für die Gemeinheit, so heißt es jetzt, soll nicht von Gender als dem Superkriterium abhängen, sondern im Zweifel auch von Merkmalen wie der Traditions- und Brauchtumspflege.

          Christian Geyer-Hindemith

          Redakteur im Feuilleton.

          Wenn Scholz, wie in dieser Sache geschehen, sich ausdrücklich „als Feminist“ zu Wort meldet, müssen im Augenblick Männer wie Frauen in Deckung gehen. „Als Feminist“ hatte er angekündigt, dem Gemeinnützigkeitsrecht zu Leibe zu rücken: „Vereine, die grundsätzlich keine Frauen aufnehmen, sind aus meiner Sicht nicht gemeinnützig. Wer Frauen ausschließt, sollte keine Steuervorteile haben und Spendenquittungen ausstellen. Es gibt deutschlandweit Hunderte Vereine wie Schützengilden oder Sportclubs, die ausschließlich Männer zulassen.“ Das kann geschlechterpolitisch nur gelten, gleichsam als Fluch der Gleichberechtigung. Steuervorteile wären demnach nicht nur für Männer-, sondern auch für Frauenvereine bedroht.

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