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Neue Bibel-Übersetzung : Entmündigung ist kein Seelentrost

Wie weit darf man mit der Auslegung der Bibel gehen? Hier spielt Charlton Heston die Rolle des Moses in dem Film „Die zehn Gebote“ aus dem Jahr 1956 von Cecil B. DeMille. Bild: Picture-Alliance

Auftrag verfehlt: Die neue „Basisbibel“ soll junge Leser des digitalen Zeitalters ansprechen. Die EKD empfiehlt den vereinfachenden Text als „Erstbegegnung“. Doch damit gibt sie zu viel auf.

          5 Min.

          Als „Bibelübersetzung für das 21. Jahrhundert“ preist die evangelische Deutsche Bibelgesellschaft ihre neue „BasisBibel“ an. Sie soll einfach geschrieben und leicht verständlich sein. Die Sätze dürfen nicht mehr als sechzehn Wörter umfassen und nur aus einem Hauptsatz sowie höchstens einem Nebensatz bestehen. Alle zentralen Begriffe der Bibel werden erklärt, mitunter auch ersetzt. Dieses Vorgehen erinnert an das Gebot der „Leichten Sprache“, die sich unter dem Signum der Inklusion und Barrierefreiheit auch jenseits verlegerischer Bibelmission rasant verbreitet hat. Nur: Gab es das nicht schon einmal?

          Hannah Bethke
          (hbt.), Feuilleton

          Im November 2013 startete im Katholischen Bibelwerk das Projekt einer „Bibel in Leichter Sprache“. Für drei verschiedene Lesejahre wurden die Evangelien in eine „barrierefreie Sprache“ übersetzt, die, wie es im Vorwort heißt, „den Graben zwischen einer mündlichen einfachen Sprache und einer komplexen Schriftsprache“ überwinden soll. Die Übersetzung richte sich vor allem an Menschen mit Lernschwierigkeiten und einer geistigen Behinderung oder auch an Demenzkranke und Geflüchtete (die es nicht erfreuen dürfte, in einem Atemzug mit geistig Erkrankten genannt zu werden). „Zielgruppenorientierte Sprache“ nennen die Erfinder das und glauben, damit in der Tradition von Jesus zu stehen, der schließlich auch darum bemüht gewesen sei, das Reich Gottes für alle verständlich zu machen und niemanden auszuschließen.

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