https://www.faz.net/-gqz-afvck

Amerikas Neokonservative : Auf einen richtigen Feind kommt es an

  • -Aktualisiert am

Die neue Kriegstechnologie brachte nicht die Vorteile, die sich die Neokonservativen von ihr versprochen hatten: Abzug amerikanischer Soldaten aus Kabul am 30. August dieses Jahres. Bild: Picture-Alliance

Sie ebneten den Weg nach Kabul und Bagdad: Über die Wandlungen der amerikanischen Neokonservativen, die Demokratie nach amerikanischem Vorbild in die Welt exportiert sehen wollten. Ein Gastbeitrag.

          6 Min.

          Vor einem halben Jahrhundert war „neokonservativ“ in den Vereinigten Staaten ein Schimpfwort; diejenigen, welche von linken Kritikern mit dieser Neuschöpfung angegriffen wurden, wehrten sich anfangs mit dem Hinweis, sie seien doch Anhänger der Demokratischen Partei. Auch heute, nach zwei verlorenen Kriegen, die von selbst erklärten Neokonservativen forciert wurden, will niemand dieses Label angeheftet bekommen; wer es verpasst bekommt, ist sofort mit dem Argument zu Hand, man bekämpfe nach Kräften die durchtrumpifizierte Republikanische Partei – und habe im Übrigen für Biden votiert. Hat sich hier ein Kreis geschlossen? Oder sind die Wege von inzwischen gut drei Generationen neokonservativer Intellektueller doch komplizierter verlaufen?

          Irving Kristol, der Vater dieser Bewegung, bemerkte einmal, ein Neokonservativer sei ein Liberaler (im amerikanischen Sinne von sozialdemokratisch), der einem Überfall durch die Realität zum Opfer gefallen sei. Diese Selbstdarstellung – aufrechte Anhänger der Aufklärung, aber geheilt von jeglichen linken Illusionen – ist das Urbild der Neokonservativen, die sich das Etikett im Laufe der Siebzigerjahre schließlich stolz selber ansteckten.

          Testen Sie unser Angebot.
          Jetzt weiterlesen.
          Testen Sie unsere Angebote.
          F.A.Z. PLUS:

            FAZ.NET komplett

          Diese und viele weitere Artikel lesen Sie mit F+
          Paul Ziemiak, Tilman Kuban und Hendrik Wüst beim „Deutschlandtag“ der Jungen Union am 16. Oktober in Münster

          Imagewandel der Jungen Union : Konservative in Sneakern

          Die Junge Union ist auf der Suche nach einer neuen Außendarstellung. Manche ihrer Mitglieder wollen die Rhetorik abrüsten und den Kleidungsstil ändern. Aber wofür stehen die Jungkonservativen?
          Wer traut sich schon, vor Autos herzuradeln? Das ist in dieser Straße in Frankfurt aber so gedacht, Fahrräder und Autos teilen sich die Spur und Autos dürfen Räder nicht überholen. Was Verkehrsteilnehmer hier für einen Radweg halten, ist die „Dooring Zone“ des Parkstreifens.

          Psychologie der Straße : Warum die Verkehrswende scheitert

          Warum tun wir uns so schwer, den Autoverkehr in seine Schranken zu weisen? An fehlenden Befunden der Verkehrswissenschaft liegt es jedenfalls nicht. Die Antworten liefern Psychologen.