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Saudi-Arabien : 1000 Stockhiebe und 10 Jahre Haft für Raif Badawi

  • Aktualisiert am

Trotz Protesten, wie beispielsweise von Amnesty-International-Aktivisten im Januar in Berlin, wurde das Urteil gegen Raif Badawi heute bestätigt. Bild: AFP

Der oberste Gerichtshof Saudi-Arabiens hat das Urteil gegen den Blogger Raif Badawi bestätigt. Nach den 50 Peitschenhieben im Januar drohen ihm nun weitere Stockhiebe und zehn Jahre Gefängnis.

          Der liberale Blogger Raif Badawi bleibt für zehn Jahre in Haft und wird mit 1000 Stockhieben bestraft. Dieses Urteil bestätigte nun der oberste Gerichtshof von Saudi-Arabien. Badawis Ehefrau Ensaf Haidar, die in Kanada lebt, hatte bis vor kurzem noch Hoffung, dass es aufgrund des Amtsantritts des neuen Königs Salman und des Beginns des Fastenmonats Ramadan eine Begnadigung für politische Häftlinge geben werde und ihr Mann somit verschont würde. „Dieses Urteil hat mich schockiert“, sagte Haidar.

          Im Juni 2012 war Badawi aufgrund von Äußerungen auf seinem Blog festgenommen worden. Er hatte dort unter anderem das harte Vorgehen der saudischen Religionspolizei kritisiert und hatte sich für eine offene Diskussion über die strikte Interpretation der islamischen Scharia eingesetzt.

          Nach seiner Festnahme wurde ein von Badawi mitgegründetes Internetforum gesperrt. Im Januar wurde der Blogger öffentlich mit 50 Peitschenhieben bestraft. Weitere Hiebe wurden aus medizinischen Gründen bislang verschoben.

          Die Entscheidung des Gerichtes in letzter Instanz ist unwiderruflich. Trotz internationaler Proteste seitens der Vereinten Nationen, der Vereinigten Staaten, der Europäischen Union und Kanadas schwinden die Chancen auf eine Begnadigung Badawis. Zusätzlich zu den Stockhieben und den zehn Jahren Haft muss der Blogger auch noch umgerechnet knapp 240.000 Euro zahlen. Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International sprach von einem "schwarzen Tag für die Meinungsfreiheit".

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