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Historische Grundlagen : Stationen in der Entwicklung des Urheberrechts

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Wem gehört ein Werk? Dem Autor, dem Verwerter, der Allgemeinheit? Im Laufe der Geschichte verschoben sich immer wieder die Gewichte. Ein Überblick von den Anfängen bis heute.

          6 Min.

          Dass ein Autor für sein Werk Lohn und Schutz bekommt, ist historisch betrachtet eine relativ junge Erscheinung. Es dauerte lange, bis man zur Unterscheidung zwischen dem stofflichem und dem geistigem Aspekt eines Werkes gelangte, aus dem auch die Autoren finanzielle Ansprüche ableiten konnten. Zunächst orientierte man sich allein an der materiellen Substanz, das Urheberrecht war Drucker- und Verlegerrecht, und es waren in der Hauptsache Mäzene, die den Schriftstellern die Autorschaft ermöglichten. Für die Autoren war dies mit großer Unsicherheit verbunden. Die Idee geistigen Eigentums und individueller Autorschaft inspirierte das Urheberrecht, so wie das Urheberrecht seinerseits der Idee des Autors Fundament und Auftrieb gab. Die rechtlichen Grundlagen entwickelten sich an der Schwelle zur Neuzeit mit dem Humanismus und dem Aufkommen des Buchdrucks. 

          Mittelalter

          Dem Mittelalter war der Gedanke individueller Autorschaft und eines Schutzrechts geistiger Werke noch weitgehend fremd. In den Klöstern, den zentralen Orten der Schrift und der Bildung, war der Umgang mit Texten vom Verständnis des Kommentierens und Kopierens bestimmt. Das Abschreiben von Werken und die Übernahme von Stoffen galten als legitime Praxis. Einen Rechtsschutz auf geistige Leistungen gab es nicht. Die Idee schöpferischer Originalität und das Bewusstsein der Autorschaft zeichneten sich im Hochmittelalter jedoch schon ab. Seit dem 12. Jahrhundert begannen Autornamen vereinzelt in Schriften aufzutauchen.

          Wende zur Neuzeit: Buchdruck und Privilegienwesen

          Die zentrale Zäsur für die Entstehung des Urheberrechts markiert die Erfindung des Buchdrucks durch Johannes Gutenberg im Jahr 1450. Der Buchdruck ermöglichte die massenhafte Reproduktion von Texten und war die entscheidende Voraussetzung für die Entstehung eines modernen Buchmarktes. Dem Autor stand zu dieser Zeit noch kein rechtlicher Schutz zur Verfügung. Das Eigentumsrecht an seinen Schriften fiel den Druckern zu. Urheberrecht war deshalb lange Zeit Druckerrecht. Im Kampf gegen billige Nachdrucke erstritten sich die Drucker seit 1475 erstmals Schutzrechte. Die Druckerprivilegien, von der Obrigkeit erlassen und für ihren jeweiligen Herrschaftsbereich gültig, räumten ihnen ausschließliche Druckrechte bestimmter Werke für einen limitierten Zeitraum ein. Gehäufte Plagiatsstreite unter Gelehrten zeugen davon, dass der Gedanke der Autorschaft schon an Profil gewann. Seit 1486 kam es vereinzelt zu Autorenprivilegien, ein prominenter Fall ist Albrecht Dürer. Mit dem Beginn von Honorarzahlungen reklamierten aber die Verleger das Schutzrecht  für sich.

          Die Reformation ließ die Nachfrage nach gedruckten Werken, besonders nach Luthers Traktaten und Bibelübersetzungen, rasant steigen. Der Kampf um Nachdruckrechte verschärfte sich. Eine einheitliche gesetzliche Grundlage bildete sich aber noch nicht.

          Internationale Entwicklung des Urheberrechts seit dem 18. Jahrhundert

          Die Idee geistigen Eigentums entwickelte sich im 18. Jahrhundert aus der Naturrechtslehre. In England formuliert das „Statue of Anne“ erstmals das zeitlich limitierte exklusive Recht des Autors auf die Vervielfältigung seines Werkes. Werke wurden registriert und mit einem Copyright-Zeichen versehen. Die Vereinigten Staaten verankerten 1790 eine Copyright-Klausel in der Verfassung, die Autoren und Erfindern das Exklusivrecht an ihren Werken garantierte. In Frankreich bildete sich in den Revolutionsjahren 1791 – 93 das „Droît d’auteur“ heraus, das den Urhebern exklusive Verwertungsrechte einräumte. Hier tauchte auch erstmals die Idee des Persönlichkeitsrechtes am Werk auf.

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