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Glossar zum Urhebrrecht : Von Abmahnwellen, Kulturwertmarken und Buy-out-Verträgen

  • -Aktualisiert am
Das Modell des Chaos Computer Clubs (CCC): Die Werke sollen nach einer bestimmten Zeit im Kulturwertmark-System frei im Internet verfügbar sein
Das Modell des Chaos Computer Clubs (CCC): Die Werke sollen nach einer bestimmten Zeit im Kulturwertmark-System frei im Internet verfügbar sein : Bild: REUTERS

Leistungsschutzrecht

Die Einführung eines „Leistungsschutzrechts für Presseverleger“ wurde bereits im Koalitionsvertrag von Union und FDP 2009 geplant und im März 2012 durch den Koalitionsausschuss der Bundessregierung bekräftigt. Kern des Gesetzesvorhabens ist es, die gewerbliche Nutzung von Presseerzeugnissen im Internet, beispielsweise durch Suchmaschinen, innerhalb einer Jahresfrist unter Kostenpflicht zu stellen. Allerdings ist bislang unklar, wo die Grenze zwischen gewerblicher und freier privater Nutzung genau zu ziehen wäre. Befürworter eines solchen Leistungsschutzrechtes argumentieren, dass hierdurch die Presseverlage vor einer Ausbeutung ihrer Leistungen durch Internetdienste geschützt würden. Kritiker entgegnen, die Verleger seien schon hinreichend durch das Urheberrecht geschützt.

Das Leistungsschutzrecht wird am 1. März 2013 im Bundestag mit der Stimmenmehrheit der Koalition in abgeschwächter Form  beschlossen. Eingefügt wurde eine Ausnahmeklausel für „einzelne Wörter und kleine Textabschnitte“, die weiter unentgeltlich von den Suchmaschinen gezeigt werden dürfen.

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Open-Access

Mit diesem Begriff wird der freie Zugang zu Materialien im Internet, vor allem im Bereich der wissenschaftlichen Literatur, bezeichnet. Wenn eine wissenschaftliche Arbeit nach dem Open-Access-Prinzip zur Verfügung steht, kann sie entgeltfrei im Netz gelesen und heruntergeladen werden. Bei Open-Access-Dokumenten kann es sich um vielerlei Arten wissenschaftlicher Fachliteratur handeln, beispielsweise um rein elektronische Publikationen oder um digitalisierte Beiträge aus bereits gedruckten Büchern und Zeitschriften. Grundideen der Open-Access-Bewegung wurden bereits in den 1990er Jahren entwickelt. Die Hauptforderung lautet, Ergebnisse von aus öffentlicher Hand finanzierten wissenschaftlichen Tätigkeiten für die Allgemeinheit kostenfrei zugänglich zu machen. Mittlerweile wird bei Forschungsprojekten die freie Veröffentlichung im Internet zunehmend subventioniert. Kritiker sehen darin einen Zwang, sich auf die Publikationsform des Open Access beschränken zu müssen, anstatt frei über die Art der Veröffentlichung entscheiden zu können.

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Privates, direktes, nichtkommerzielles Filesharing

Langsam versteckt sich auch die Piratenpartei, die sonst so viel Wert auf transparente und bürgernahe Wortwahl setzt, hinter sprachlichen Mauern. Die Forderungen, die von der Piratenpartei im Mai zum Thema Urheberrecht veröffentlicht wurden, heißt es im Punkt sieben: „Entkriminalisierung des privaten, direkten, nichtkommerziellen Filesharing“. Was genau heißt das? Der Reihe nach: Privat beschreibt den Zweck, zu dem man Dateien via Internet austauscht. Sollen die Daten nicht auf die Kinoleinwand oder als Titelbild auf eine Zeitschrift kommen, dann ist Datenaustausch privat. Werden die Daten im Internet ohne Umwege, das heißt vom einen hoch- und vom nächsten heruntergeladen, spricht man von direktem Filesharing. Für diesen Datentausch darf kein Geld fließen, es muss nichtkommerziell bleiben. Manche sehen im privaten Filesharing einen Euphemismus für illegales Herunterladen.

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Topmeldungen

Die Bundeskanzlerin am Mittwoch vor der Pressekonferenz im Kanzleramt.

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Zum Tod von Diego Maradona : In den Händen Gottes

Bei der WM 1986 wurde er in Argentinien zum Heiligen. Er war einer, der es nach ganz oben schaffte. Nun muss die Fußball-Welt sich von einem ihrer größten Spieler verabschieden: Im Alter von nur 60 Jahren ist Diego Armando Maradona gestorben.

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